Yamadoritour des AK Weil der Stadt

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Hanno
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So 15. Apr 2012, 20:49

Dieser Bericht sollte eigentlich ins nächsten Clubheft, aber leider war am 30. März bereits Redaktionsschluss - und die nächsten beiden Hefte sind wohl "voll".
Im Winter 2012 einen Bericht vom Frühjahr zu bringen macht aber wenig Sinn.
Deshalb setz ich ihn jetzt hier und heute ein - dafür jedoch brandaktuell . . .

Vor einiger Zeit bekam ich die Einladung, als Gast des Arbeitskreises Weil der Stadt an einer Tour in die Eifel teilzunehmen, um in einem von Hermann Haas ausgesuchten Waldstück unweit von Altenahr nach Baum-Material zu suchen. Man muss nicht extra betonen, dass selbstverständlich die schriftliche Erlaubnis des zuständigen Forstamtes vorgelegen hatte.

Am letzten Freitag nachmittag war also die Anfahrt - die AK-Leiterin Silvia Kadasch hatte für uns schöne Zimmer im Gasthof "Traube" gebucht. Nach einem ausgiebigen thailändischen Abendessen hatte ich Gelegenheit, alte Freundschaften zu erneuern und neue zu schliessen.

Gestern gings dann los, gut ausgerüstet mit "bergfähigem" Schuhwerk, Spaten, Pickel, Rebscheren und Plastikbeuteln. Wir waren insgesamt 11 Teilnehmer, die sich morgens auf den Weg machten. Dort angekommen, liefen uns die Augen schier über, so viele von Rehwild verbissene Bäume in allen Grössen zu entdecken - vom kleinsten bis zum meterhohen Baum war für jeden "Geschmack" etwas dabei, so dass die Auswahl manchmal schwer fiel. Vor Allem Rotbuchen standen da, aber auch Birken, Hainbuchen, Föhren und Lärchen gab es.

Das Waldstück liegt an einem sonnigen Hang, die oberste Bodenschicht besteht zu etwa 20 Zentimern durchweg aus Laub und dickem Moos, so dass man zunächst den Wurzelfuss freilegen musste, um ans begehrte Nebari zu kommen. Konnte man die kleineren Bäume aber noch relativ leicht bergen, musste man bei den Grossformaten zu schwererem Werkzeug greifen. Unterhalb der Humusschicht kamen nämlich Steine, die dem eingesetzten Spaten oft grossen Widerstand boten.
Aber Bonsaianer sind ja nicht nur geduldig, sondern auch hartnäckig - und nach ein paar Stunden manchmal harter Arbeit hatte jeder von uns seine "Beute" geborgen, mit Moos sorgfältig verpackt und eingetütet. Ich glaube, Alle waren zufrieden mit ihren Schätzchen, und mit vollen Kofferräumen gings zurück zur "Traube".
Der Abend wurde dann nicht mehr lang - Bonsai Ausgraben strengt doch etwas an . . .

Heute morgen gings nach dem Frühstück weiter zu Hermann Haas, der uns zur Besichtigung seines Bonsaigartens eingeladen hatte. Wir staunten über die Unzahl seiner Bäume, von denen etliche in den vergangenen Jahren auf BCD-Ausstellungen zu sehen waren und meist auch ausgezeichnet worden sind. Uns haben auch die vielen augenscheinlich uralten Birken mit ihrer faszinierenden groben Borke in seiner Sammlung beeindruckt. Hermann betonte, dass er die weit verbreitete These, diese Baumart sei "zickig" und werfe oft ihre Äste ab, so nicht bestätigen könne. Und seine Bäume zeigten, dass sie in der Schale, auf Steinen und auch im Feld durchaus lange Zeit gehalten werden und gesund bleiben können.

Zum Schluss wurden noch Kaffee und Kuchen angeboten - dann gings wieder auf den Heimweg, zurück ins Schwabenland.

In einigen Jahren wird bestimmt so mancher Baum auf der einen oder anderen Ausstellung zu sehen sein, bei dem es heisst: "Den haben wir damals mit Hermann Haas in der Eifel gesammelt".

Wir bedanken uns nochmals bei Hermann, dass er uns die Gelegenheit gegeben hat, diese Yamadori-Reise zu unternehmen und so erfolgreich abzuschliessen.
Danke, Silvia für Deine Einladung.


Natürlich war ich nicht der Einzige, der seine Cam benutzt hat. Ich hatte leider noch nicht die Zeit, die Fotos zu bearbeiten, wollte sie aber heute schon zeigen. Deshalb verzeiht die mangelnde Qualität. Aber man kann das Wesentliche wohl erkennen ;)

Die anderen AK-Mitglieder, soweit sie hier lesen, sind herzlichst eingeladen,
ihre Bilder auch zu zeigen . . .
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Hanno
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So 15. Apr 2012, 21:03

Bei den folgenden Bildern hatte Hermann Haas der Veröffentlichung hier zugestimmt!
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Alfred Hart
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So 15. Apr 2012, 21:10

:twothumbsup: :twothumbsup:
habt ihr dann nicht noch zum Abschluss eine Strecke gelegt und ein Halali geblasen?

Schöner Bericht,
(fast)neidvolle Grüße
Alf
Grüße aus Magdeburg, Alf

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Carmen_G
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So 15. Apr 2012, 21:44

Hi Hanno,

gratuliere Dir zu dieser schönen Tour und Deiner Beute.  :twothumbsup:

Zugleich danke für diesen Bericht und die Fotos dazu. Du hast Recht, man kann darauf auch unbearbeitet erkennen was für ein Glück Ihr gehabt habt diese Einladung zu bekommen.  :yes:

Bin mal gespannt auf die Updates Deiner Beutestücke.

liebe Grüße
Carmen 
Liebe Grüße
Carmen

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majo
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Mo 16. Apr 2012, 08:22

Mensch Hanno,

wenn das alles deine sind ( vor dem weißen Kombi ), erkenne ich dich gar nicht wieder ;-)
Ich dachte immer du bekommst 10 Bäume in eine "ALDI-TÜTE"

Solche Touren sind eigentlich immer genial, vor allem wenn sie gut organisiert sind.
Viel Glück beim Anwachsen.
Auf die "Bäumchen" in Pötten , bin ich ich auch mal gespannt.

Und der Garten von Hermann ...........ganz großes Kino.
Aber wer Hermann kennt, der weis auch was er für Bäume hat.


Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

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Hanno
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Mo 16. Apr 2012, 08:36

majo hat geschrieben:Ich dachte immer du bekommst 10 Bäume in eine "ALDI-TÜTE"
Alter Lästerer, Du!  :yes: ;D
Meine Bäume kann man übrigens auf dem ersten Bild "WdS-Ernte-01.jpg" sehen.
Es sind genau 4 (vier) Plastiktüten mit insgesamt 6 oder 7 Bäumen.

Ich geb ja zu, die Mame-Grösse ist leicht überschritten (Bis auf einen . . . siehe Bild).
Aber ich hab immer noch eine scharfe Schere.

Darüber mach ich mir erst in 2013 oder 2014 Gedanken, wenn sie angewachsen sind . . .

Gruss Hanno
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Carmen_G
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Mo 16. Apr 2012, 09:12

Hi Hanno,

....früh krümmt sich was mal eine Bonsaiwurzel werden will. dummerweise eine Pfahlwurzel.  ;D

Wann zückst du bei der Deine scharfe Schere?  :bcdfrech:

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

Kallemann
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Fr 6. Jan 2017, 16:54

Hallo zusammen,
da dies der "neueste" Beitrag zu Yamadori ist, möchte ich hier mal einhacken.
Gerade komme ich aus Südtirol zurück, geschwängert vom überwältigenden Angebot von Lärchen - Yamadori. .... in freier Lage! Direktes Einzugsgebiet von AUER - Brixen.
Sicher werde ich dort keine Lärche ausgraben, obwohl ein Hüttenwirt meinte, das wäre kein Problem.
Aber ich möchte schon gerne zwei, drei geeignete Lärchen sammeln.
Nun, leider sind die Aussagen sehr unterschiedlich zum Zeitpunkt und zur Überlebenschance.
Ich pflege seit einigen Jahren recht erfolgreich Lärchen. Bis auf Wollläuse und im letzten Herbst die Lärchenschütte hatte ich keine Probleme. Meine Lärchen im Topf pflege ich, mit Erfolg, in sehr wasserdurchlässigem Substrat, so wie es Walter Pall in einem Artikel empfohlen hat.
Meine Frage nun, wie sind denn die neuesten Erfahrungen bzw. Ratschläge?
Eine Genehmigung zum Ausgraben in dem von mir bevorzugten Gebiet in Tirol kann ich erhalten.
Schau in die Sonne, dann siehst du deinen Schatten nicht

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Hanno
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Fr 6. Jan 2017, 19:16

Hallo Kallemann,
nur mal so aus meinem eigenen Erfahrungsschatz:
ich hatte 2007 von unserem österreichischen Bonsaifreund Alois ein paar Lärchen bekommen, die ja auch aus höheren Lagen stammten. Nach seiner Aussage standen sie schon seit dem Bergen in der damaligen Holzkiste, und es ging ihnen gut. Wann genau er sie ausgegraben hatte, weiss ich nicht.
Innerhalb der nächsten drei Jahre sind diese Lärchen leider eine nach der anderen gestorben - ohne dass ich was am Substrat, am Wurzelwerk oder am Grün geändert hatte.
Ich nehme an, der Umzug von der Höhe zum schwäbischen "Tiefland" (relativ gesehen) ist ihnen nicht bekommen.

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Moya
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Fr 6. Jan 2017, 20:39

Lärchen sind leider extrem zickig wenn es um ihre Wurzeln geht.
Schneidet man 1x zu viel weg oder topft zum falschen Zeitpunkt um, dann wars das.

Dad Ausgrabfenster grad bei Gebirgslärchen ist verdammt klein.
Dann müssen sie auch noch ins vergleichsweise Tiefland umziehen.

Meine Erfahrung, macht nur Sinn im Herbst (kurz vor oder am Anfang der Winterruhe) bei entsprechender Vorarbeit im Jahr davor (zurückschneiden, ggf umstechen. Sprich willst du im herbst 2018 ausbuddeln, mussu im Mai Juni 2017 anfangen mit Vorbereiten ) und dann frostfreier heller Überwinterung bei 0 bis max. 5 Grad.
Viele Grüße,
    Moya

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Kalt wirds in der Nacht
Buntes Blätterkleid am Baum
Und rot die Äpfel

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Bonsai Regio Baden-Württemberg

Kallemann
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Mo 9. Jan 2017, 11:37

Hallo Hanno und Moya,
vielen Dank für die Antworten.
Dass die Höhenlage einen Einfluss haben kann ist nicht von der Hand zu weisen. - dünnere Luft.
Bei uns Menschen eher umgekehrt :-)
Jedoch beweist Notter, Auer und Co, dass es geht. Langfristig. Ich werde mir das nochmal überlegen und nicht unnötig Bäume ausgraben. Wenn ich einen in einer Lawinenabgangsrinne oder an einem Wegrand von Fahrzeugen stark beschädigten Baum finde werde ich es dennoch versuchen.
Lärchen Zickig !? Ja, ich habe auch schon eine verloren, und ich weiß nicht warum. Aber ich habe derzeit 5 Stück im normalen Gartenboden frei gepflanzt, die ich, wie meine anderen 5 -6 in eine Schale umpflanze. Ich vertraue auf mein Wissen und Geschick.
Nach zwei Jahren möchte ich sie dann zu einem Wäldchen gruppieren.
Gruß Kallemann.
Schau in die Sonne, dann siehst du deinen Schatten nicht

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