Hallo, Frage zur Stammentwicklun bei einer Chin. Ulme

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esma
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So 18. Okt 2015, 22:45

Hallo zusammen,

Bin Student und habe leider keinen Garten um Bonsais zu ziehen.
Aber ich habe schon immer einen grünen Daumen gehabt. Ich lebe quasi in Humus. ;)
Nun ja, ich möchte aber mir statt heilos Pflanzen zu sammeln lieber ein paar haben die ich mit der Zeit gestalten kann.
So bin ich am Anfang der Gestaltung einer Bougainvillea, eines Pfennigbaumes, einen billigen Ficus retusa habe ich mir gekauft um Stecklinge ziehen zu können und ein Ficus Panda ist momentan auf dem Weg zu mir.
Bei meinen Eltern stehen noch zwei kleine Olivenbäumchen, die ich seit Jahren schon vor mich hinpflege, und die sind auch schon recht ansehnlich. Ein Pfaffenhütchen habe ich denen auch noch ins Beet geknallt, ha! Wird im Frühjahr dann erstmals abgehackt.

Na, der Fokus liegt aber auf den Ficussen(Fici?? Ficunassen..?), meiner ewig blühenden Bougainvillea und dem Pfennigbaum, wobei der jetzt erstmal 10 Jahre nur exakt gerade wachsen muss. - eben alles was man am Fenster machen kann.

Ich habe nach Südost ein Fenster mit der Möglickeit Draußen durchaus eine Ulme unterzubringen.
Ich überlege hin-und her welche Sorte ich nehmen soll. Was frostfestes? Kalt überwintern könnte ich. Was für ne Rinde...blabla. Und ich denke ich nehme eine "normale" chinesische da ich keine so krass borkige Rinde haben will. Mein Traum wäre irgendwann mal so ein Baum:
https://www.youtube.com/watch?v=rRaF5LWUnyM
Ich finde den absolut phantastisch. Und ich wills halt richtig gut machen, wenn schon.

Nach dem ganzen Vorspiel nun zur Frage: Wie gehe ich vor bei meinem Projekt? Wie bekomme ich einen guten Stamm wie in dem Video???
Kaufe ich mir so ne hässliche S-förmige Baumarktratte aus Fernost, pflanz die in nen Topf und ziehe mir billig nen großen Steckling wie ich Ihn brauche? Kaufe ich mir aus einem der Internetshops einen kleinen Pre-Bonsai und mache mir daraus meinen Stamm. Oder kann ich vlt Zeit sparen, wenn ich mir, wie sie angeboten werden, einen 7 jährigen Stamm kaufen. Der ist dann nach ca. 15 cm abgehackt und mit Krone so knappe 30 cm groß. Das wäre ja super. Unter Umständen kann ich mir 7 Jahre sparen. Aber verheilt so eine Wunde? Gibt das nicht Knubbel mit soviel Reisern die da rausschießen? Wurzelansatz und Krone kann ich auch nur bedingt beurteilen über ein Foto... Was soll der Bub bloß tun, er weiß es nicht.
Also, Wie geht man bei so ner Ulme vor wenn man so einen richtig schönen Stamm haben will, mit gutem Wurzelansatz und so, das möglcihst wenig Brüche drin sind. Wie gesagt, mein Inspiration ist eben dieser Baum aus dem Video.
Die meisten Chinesischen Ulmen die ich sehe sind leider nur so diese Supermarkt Krüppeldinger, dabei ist das doch echt im Grunde nen schmückes Gewächs.

Tja, freue mich jetzt erstmal hier zu sein und verspreche mich in Zukunft dann kürzer zu halten! :D

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majo
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Di 20. Okt 2015, 08:01

hallo esma,

also du nimmst dir da einiges vor.
Einen Stekling soweit zu bringen, bis es so ein kräftiger Baum ist, wie auf dem Video..... stell dir das nicht so leicht vor.
In einer Schale oder einem Topf wird dir das nicht gelingen, zumindest nicht in den nächsten 20 Jahren. Dazu müsstest du erstmal in ein Freiland-Beet gehen, wo der Baum hoch aufschießen darf, und auch das Wurzelwerk nicht eingeengt wird.

Aus einer kleinen S-Form oder Jungpflanze einen geraden kräftigen Stamm zu formen ist die erste Hürde, auch das wird dir ohne Kenntnisse nicht so einfach gelingen ( ist nicht böse gemeint, ist aber so )
Mich erinnert das etwas an das damals so genannte "Anfänger-Set". Ein Päckchen mit 3 Samen / Schale / Erde und ne Schere.
Jeder dachte die Samen werden so wachsen wie auf dem Bild......... dass der Baum auf dem Bild ein paar hundert Jahre alt war hat man bewusst verschwiegen....
Was man in einer Lebens-Periode ( oder ca. 50 -60 Jahre ) schaffen kann ist leider deutlich eingeschränkt.
Ich kann dir nur empfehlen einen Pré- Bonsai zu beschaffen, der schon viele, dir zusagende Eigenschaften vereint. Am besten mit bereits kräftigem Stamm ( wie gesagt das geht zeitnah nur im Freiland ) Ein evtl. vorhandener grober Schnitt verheilt dann auch mit der entsprechenden Zeit, und dem entsprechenden Zuwachs.
Denk immer daran..... 5 Jahre sind für einen Bonsai nicht viel Zeit, und viele Gestaltungsschritte benötigen deutlich mehr Zeit um so zu verwachsen, dass sie nicht mehr störend wirken ( irgendwoher kommt natürlich auch der Preis für weit entwickelte, harmonische Gestaltungen )
Sei dir auch immer im Klaren, dass frostempfindliche Pflanzen bei uns nicht zu Hause sind, und oft ein Leben lang mickern, wenn sie in der Wohnung gehalten werden.
Meistens mögen sie nämlich nicht das gleiche Klima, was wir Menschen uns im Winter antun.

Aus meiner Sicht sind Zimmer-Bonsai immer eine schlechte Alternative..... du darfst deine Erfahrungen aber auch gerne selber machen.


Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

esma
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Di 20. Okt 2015, 11:05

Danke für die Tipps und lange Antwort Majo,

Ich glaube ich mache mir nicht ganz so viel Illusionen wie befürchtet.
Es ist natürlich richtig was du sagst, warum ein Jahrzehnt nen charaktervollen Stock züchten? :D
Mein Plan A ist eben einen halbwegs vernünftigen Stamm zu finden und erst als Alternative der ganze Spaß mit dem Freilandbeet etc.
Von so einem Grundstamm gute Leitäste zu ziehen dauert sicherlich auch das ein oder andere Jahr... Das einzige was verhältnissmaßig schnell wächst ist mein Pfaffenhütchen. In 3 Jahren habe ich da spätestens den Stamm u. es bildet unglaublich schnell Oberflächenwurzeln. Es war ein Ausläufer u. wurde so natürlich ordentlich "gefüttert". Steht auch im Beet.
Meine Ficus sind ja auch noch lächerlich. Die habe ich in große Gefäße gepflanzt mit nem Teller drunter, damit die sich einfach mal sich ausbreiten können. In normale Blumenerde mit etwas Perlite. Ich denke da noch gar nicht so ans Blättchen schnibbeln und so. Der eine wird ein Fensterbrettformat (Shohin), der andere etwas mehr.
Indoor scheint ja was verpönt zu sein. Erstens ist mir das Wurst, und was bleibt mir auch übrig? Ich weiß nicht wo ich in 2 Jahren bin. Bin in den letzen 5 Jahren 5 mal umgezogen, das ist mehr als der Deutsche im Durchschnitt im ganzen Leben. So nen Geldbaum oder Ficus, den kann man meist doch mitnehmen.
Ne Eiche wäre mir ja auch lieber. ;) Die chin. Ulme ist da schon schwieriger, die hat schon Ansprüche. Kalt überwintern, Sommer im Freien... aber gerade Laubbäume finde ich hübsch.
Also im Frühjahr werde ich mir so einen Stamm besorgen, dann spare ich mir schon mal das überwintern u. dann sehen wir mal weiter.

Viel Grüße, esma

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majo
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Di 20. Okt 2015, 12:06

hallo esma,

ist schon ok, und wirklich verpöhnt sind Indoor eigentlich nicht, sie sind halt blos nicht so ganz problemlos wie oft angenommen.

Wenn du nur Indoor halten kannst / willst , musst du da jedenfalls durch.

Sei dir im klaren, dass es Indoor eigentlich gar nicht gibt. Irgendwo auf der Erde sind diese angeblichen Indoor natürlich auch Outdoor.
Die klimatischen bedingungen die diese Pflanzen idealerweise brauchen, decken sich blos nicht 1:1 mit unseren Lebensbedingungen ( vor allem im Winter )

Wenn du kühl ( um die 10°C ) überwintern kannst , sollte eine chinesische od. auch japanische Ulme keine großen Probleme machen.
Ein helles Fenster im ungeheizten Flur, Keller od. Garage sollte gehen.... evtl. auch ein ungeheiztes Schlafzimmer.
Stell sie blos nicht an`s Fenster in den trockenen Luftstrom eines Heizkörpers, dort sterben jährlich die meisten Indoors. Es fehlt ihnen einfach die erforderliche Luftfeuchtigkeit.

Gruß Majo
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