Planung Winterquartier

Erste Schritte für Neulinge
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Gunnery
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Fr 18. Sep 2015, 18:33

Hallo Freunde,

langsam aber sicher wollte ich mich auf die frostigen Tage vorbereiten und plane aus diesem Grund die Winterquartiere meiner Pflanzen. Zur Verfügung stehen mir zwei Schuppen. Leider gibt es in keinem von beiden eine vernümpftige bzw überhaupt eine Sonneneinstrahlung was nur durch ein verwittertes transparentes Dachblech durchschimmert . Mein Plan ist es nun eine Art Winterbox zu fertigen. Ich hab mir Vorgestellt einen Rahmen aus Holz zu bauen und die Wände aus übrig gebliebenen Gitter und Wintervlies zu bespannen. Laut Hersteller soll das Vlies wasserdurchlässig, atmungsaktiv, lichtdurchlässig, UV-beständig und Schutz vor Frost und niedrigen Temperaturen bieten. Zu überwintern sind Bergmammutbäume (1Jahr),Seidenakazien (1Jahr), Fächerahorn, Azaleen, Forsythie,Rosmarin,Kirsche,wilder Wein,Blauregen und eine Tanne (ca 3-4 Jahre). Ich bilde mir ein mal gelesen zu haben, dass man einige Pflanzen auch in völliger Dunkelheit überwintern könnte?! Was ist denn nun richtig?

LG OLLI

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Hanno
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Fr 18. Sep 2015, 21:21

Hallo Olii,

beim Überwintern kommts darauf an, woher die Pflanzen ursprünglich stammen. Manche vertragen keinen Frost und sind besser in einem hellen geschützten Raum aufgehoben.

Beim Rosmarin wäre ich sehr vorsichtig, der sollte zur Sicherheit auch frostfrei stehen. Es gibt da die mediterranen z.B. aus Südfrankreich oder Spanien und heimische aus unseren Breitengraden. Auch bei den Azaleen gibt es "Solche" und "Solche" . . .
Forsythie, Tanne, Wilder Wein, Ahorn, Kirsche und der Blauregen fühlen sich auch bei Minus-Temperaturen draussen wohl, brauchen diese sogar für ihre Winterruhe.

Generell gilt:
Laubbäume, die im Winter eh das Blattwerk verlieren, kann man ohne Weiteres dunkel überwintern - man muss dabei allerdings immer auf genügend Feuchtigkeit achten. Hiesige Laubbäume aus unseren Breitengraden wollen sogar den Frost - man lässt sie draussen, höchstens gegen eisige Winde geschützt, damit sie nicht austrocknen.
Aber: nie auf den gefrorenen Boden giessen.

Wenn es sich aber um junge Pflanzen handelt - oder gerade frisch ein-/umgetopfte - würde ich kein Risiko eingehen und diese alle frostgeschützt aufstellen, denn die noch jungen Wurzeln würden ansonsten erfrieren.

Gunnery
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Sa 19. Sep 2015, 16:30

Hey Hanno :)

vielen Dank für deine ausführliche Antwort :twothumbsup: ! Bei meiner Azalee müsste es sich um eine "Rhododendron japonicum" handeln. Sie ist ca 45-50 Jahre alt und erst im Frühjahr bei meiner Oma aus dem Garten gegraben worden und hat auch schon Winter bei ca -25 Grad überlebt. Ihr kleinen Blätter sind wesentlich feiner und nicht so ledrig wie bei einem Rhododendron. Leider ist meine Nachbarin (85 Jahre) während meines Urlaubs vor 2 Monaten über den Topf gestolpert und hat den kompletten Wurzelballen aus der Schale gerissen :-/. Zu was könntest du mir dabei raten? Mittlerweile hat sie sich gut von Ihrem Sturz erholt =)

LG OLLI

osmosewasser
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So 20. Sep 2015, 16:43

da die laubabwerfenden Bäume im Winter keine Photosynthese betreiben, oder minimal, stehen dies bei mir erfolgreich immer im Gartenhäuschen, da sind zwar 2 Fenster drin, allerdings kommt ja nicht viel Licht rein. Dieses Jahr habe ich zum ersten mal einen Frostwächter der ab 0 Grad anspringt! Mal schauen. die Nadelbäume überwintern einfach auf dem Boden windgeschützt. Gruß

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Hanno
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So 20. Sep 2015, 18:31

Gunnery hat geschrieben:. . . über den Topf gestolpert und hat den kompletten Wurzelballen aus der Schale gerissen :-/. Zu was könntest du mir dabei raten?
a) wenn der Wurzelballen kompakt war, die Azalee einfach wieder in den Topf setzen.
. . . und mit Draht sichern.
b) den Topf so aufstellen, dass die alte Dame nicht wieder drüber stolpert . . .

Ich hoffe, Dame UND Baum haben sich nach diesen zwei Monaten erholt ;)

Gunnery
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So 20. Sep 2015, 19:33

Hey Ihr beiden ;-)

vielen Dank für eure Antworten.

@Hanno...
glaube du hast meine Frage etwas falsch verstanden :-P. Wollte eigtl. nur Wissen wie ich meine geschwächte Azalee am besten über den Winter bekomme? Stolpermaßnahmen sind bereits getroffen :twothumbsup: . Wenn ich jetzt alles richtig Verstanden habe, müsste ich sie problemlos im dunklen Schuppen überwintern können? Sorry bin diesbezüglich etwas unsicher ...hab leider nur die eine und will wirklich keine Fehler machen.

Gunnery
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Sa 26. Sep 2015, 21:30

hm :-( ?

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Carmen_G
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Mo 9. Nov 2015, 22:08

Hi Olli,

wen nein Baum im Garten eingegraben strenge Winter überlebt, heißt das nicht automatisch, daß er das in der Schale ungeschützt auch kann.

Im Boden kommt von unten Erdwärme an die Wurzeln, d.h. es friert nicht so schnell in den unteren tieferen Bereichen durch. Ausserdem ist da oft auch eine schöne Schneeschicht über dem Boden. Das isoliert auch gut und darunter ist es nie sehr kalt.

Im Topf würde ich das Stolperbäumchen auch geschützter stellen. Oder aber draussen über den Winter ohne Schale im Boden einsenken und gut mit Laub usw. abdecken und einschneien lassen.

liebe Grüße
Carmen

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abardo
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Di 10. Nov 2015, 08:42

Hallo Hanno,
Hanno hat geschrieben:Hiesige Laubbäume aus unseren Breitengraden wollen sogar den Frost
Ich halte das für einen typischen Bonsai-Mythos, denn

- ich hab genügend bei uns heimische, frostfeste Bäume schon in südlichen Gefilden prima wachsen sehen, wo die noch nie Frost abbekommen haben (z.B. Stieleichen im Baskenland)

- friert bei uns der Boden auch nur so 80-100cm tief zu, die eigentlichen Feinwurzeln an großen Bäumen bekommen hier bei uns auch nie Frost. Übertragen auf die flachen Schalen hiesse dies, daß die Schalen nur ein paar Millimeter durchfrieren sollten

- Frost führt aus meiner Beobachtung nur dazu, dass das letzte Laub abgeworfen wird

- es gab schon Winter mit ganz kurzen, sehr frühen oder späten Frostperioden (1995 wohl nur 30 Tage knapp unter 0 Grad, tagsüber dann immer Plusgrade. Hat das den Bäumen dann irgendwie geschadet ?

- wissenschaftlich spricht man vom Kältebedürfniss von z.B. Obstbäumen, d.h. aber nur, dass es je nach Sorte so ca. zwischen 300 und 1000 Stunden im Winter kalt sein muss, damit sie dann Früchte tragen. Kälte heisst aber unter 7 Grad und nicht Frost. Es muss dazu auch nicht dauerhaft kalt sein

Ansonsten gäb es keinen Sidra in Nord-Spanien.

Frost ist eigentlich nur schlecht zum weiteren giessen. Kalthaustemperaturen reichen meiner Meinung nach für eine Winterruhe völlig aus.
Hanno hat geschrieben: denn die noch jungen Wurzeln würden ansonsten erfrieren.
Noch so ein Mythos:

Wurzeln erfrieren nicht, sondern werden vom gefrierenden (und sich somit ausdehnenden) Wasser in den Schalen zerdrückt.

Deshalb platzen manche Plastik- oder sogar Keramikschalen im Winter. Platzen die Schalen bei Frosttemperaturen nicht, geht es den Wurzeln eher nicht so gut.
Grüße, Frank
___________
ein Hoch der Inkompetenzkompensationskompetenz - http://www.BONSAI.ZONE

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