Zelkove aus Garten

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mydear
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Sa 6. Dez 2014, 00:43

Servus Bonsaianer,

diese ehemals abgemooste Zelkove wuchs einige Jahre im Garten. Trotz häufigem Rückschnitt wurde keine konkrete Gestaltung verfolgt.
04-2012 in flache Schale gepflanzt. Der gut entwickelte Wurzelballen wurde sehr flach geschnitten um das Nebari besser zu entwickeln. Größe ca. 60 cm, Stammdurchmesser ca. 6 cm
07-2013 kräftiger Rückschnitt
05-2014 Ich hatte keinen Plan für eine konkrete Gestaltung. Was hättet ihr gemacht? Welche Form, welche Größe?

Grüße
Rainer
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majo
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Sa 6. Dez 2014, 11:16

hallo Rainer,

das Material ist gar nicht übel, und birgt noch einiges an Potenzial.

Die dicke des Stammes scheint dir ja zu gefallen, sonst hättest du ihn nicht aus dem Garten genommen ( davon gehe ich jetzt mal aus )
Die Höhe der jetzigen Pflanze erscheint mir zur Stammdicke noch etwas unausgewogen.
Auch die Verjüngung im oberen Drittel wäre mir etwas zu plump.
Wahrscheinlich hätte ich ihn auf einen dünneren tieferen Ast zurückgesetzt und die Krone damit neu aufgebaut.
Ein Ast bietet sich ja regelrecht an....
Gleichzeitig würde ich die unteren Äste mal schön durchtreiben lassen.
In 1-2 Jahren kannst du dann schon an Verfeinerungen des Kronen-Aufbau gehen.

Ist jedenfalls ein schönes Beispiel mit nicht alltäglichem Material.

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

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mydear
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Sa 6. Dez 2014, 22:52

Hallo Manfred,

ja, genau so habe ich auch verfahren: Einkürzen durch Abmoosen des langen Gipfels.

Abmoosen am 05. Mai begonnen, das Photo mit ersten Wurzeln ist vom 20. Juni, abgetrennt wurde am 07. Juli. Starke Wurzelbildung in den letzten 14 Tagen bei guter Witterung. Substrat war Cocosan/Bims (1:2).

Die Zelkove dürfte im Frühjahr geradezu explodieren. Dann sollten genügend neue Zweige für besseren Kronenaufbau entstehen. Der Gipfeltrieb darf ein Jahr kräftig wachsen um die Kallusbildung an der Schnittstelle zu beschleunigen. Im Folgejahr wird dann kurz abgesetzt.

Den derzeit kräftigsten Ast möchte ich durch einen schwächeren direkt daneben ersetzen (letztes Bild orange markiert). Die Wundheilung dieser Zelkove ist sehr gut wenn mit Wundverschluss gearbeitet wird (letztes Bild grüne Kreise).

An der abgemoosten Pflanze vermisse ich ebenso die Stammverjüngung. Wenn ich mir schon bisher soviel Mühe gegeben habe, dann soll auch der Stammverlauf richtig gut werden. Also Einkürzen, erneut Abmoosen oder was auch immer.

Es gibt viel zu tun.... auf geht's
Rainer
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mydear
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Fr 5. Aug 2016, 23:59

schön langsam ging es weiter:

2015 wurden die dicken Seitenäste gekappt und auf frische Triebe abgesetzt, kein Problem bei überall sprießenden Schösslingen aus dem Stamm. Die Leittriebe durften ungehindert wachsen.

2016 wurde der rechte Gipfel Mitte Mai abgemoost, im August "geerntet"
Der neue Leittrieb steht schon fest, darf in 2017 wieder kräftig durchtreiben.
Ich will in der Spitze eine glaubwürdige Verjüngung mit guter Vernarbung erreichen.

Meine Zelkoven vernarben im Gipfelbereich recht schnell, tendieren allerdings zu überschießendem Wundkallus teils mit inverser Verjüngung. Ich versuche geduldig zu sein, schneide die Kallusränder nach. Abdecken mit der jap. Wundpaste beschleunigt den Wundverschluss.

Grüße
Rainer
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mydear
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So 7. Aug 2016, 10:55

und so sieht die Zelkova aktuell aus, ich stelle mir eine längliche Krone vor, andere würden sagen mit "naturalistischem Ausdruck" - ich sag' einfach es soll einigermaßen natürlich wirken :yes:

Über Kommentare + Anregungen würde ich mich freuen

Grüße, Rainer
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Klaus.K.a.A.
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Mo 8. Aug 2016, 07:28

Mit der Zeit wird diese Zelkova ein toller Bonsai.
Fürs erste würde so ein Schnitt reichen (Bild)
Wünsche dir viel freude bei der Gestaltung.
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Herzliche grüsse Klaus
WILLKOMMEN AUF DER ETWAS ANDEREN HOMEPAGE
http://www.kleemann-bonsai.at

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mydear
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Mo 8. Aug 2016, 13:47

Hallo Klaus,

danke für deinen Zuspruch, ja das Ziel ist vor Augen und trotzdem noch viel Geduld gefordert.

Es würde mich natürlich in den Fingern jucken um die angestrebte Krone gleich mit Rückschnitt herzustellen. Mein Plan ist über 2-3 Jahre die beiden oberen Zugäste zur sauberen Vernarbung und glaubwürdigen Verjüngung einzusetzen. Der starke Zugast fällt 2017, der zweite 2018 oder 2019. Doch wegen der überbordenden Wundheilung mit Tendenz zur Knubbelbildung lasse ich mir Zeit diese insgesamt 3 nahe beieinander liegenden Wunden zu pflegen.
Bis dahin sollten die selektierten Seitenäste vernünftige Dicke erreicht haben und Umpflanzen das Nebari weitergebracht haben...

Dieser Baum hat mich seit ca. 15 Jahren vom abgemoosten Ableger bis jetzt begleitet, da sind ein paar Jahre mehr auch ok.

Grüße
Rainer

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Carmen_G
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Di 11. Okt 2016, 14:53

Ein toller Bericht und eine Klasse Entwicklung! :twothumbsup:
Genauso Klasse wie deine Einstellung, "da kommt´s auf ein paar Jahre auch nicht mehr an".
Genau so werden gute Bonsai aus unseren Bäumen.

Schwierig wird eine Wundvernarbung in der Spitze werden ohne großem Kallus.
Hast du Erfahrungen damit, solche Stellen zu bandagieren?
Liebe Grüße
Carmen

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mydear
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Di 11. Okt 2016, 16:19

Hallo Carmen,

danke für die Blumen.
Ich seh es wie du: bisher hat es gut geklappt. Doch wenn sich die kommende Gipfel-Wundheilung nicht dezent und glaubwürdig entwickelt ist der ganze Baum ruiniert.

Ich habe schon gehört, dass Bandagieren gegen überschießende Vernarbung helfen könnte. Selbst habe ich keine Erfahrung und ich habe auch noch keine positiven Beispiele aus der Praxis gesehen.
Ich könnte mir vorstellen, dass mit umwickeltem Draht oder Gummischlauch+Draht oder auch mit Kabelbindern ein "Gegendruck" versus überschießenden Kallus aufgebaut werden kann.

Aber.... wenn es nicht klappt habe ich Kallus und möglicherweise dicke, seitlich Kalluswülste durch abschnürende Bandagen.

Ich arbeite schon immer und bewusst auf sauberen Wundverschluss hin. Am Gipfel bei Zelkoven ist es halt nochmals schwieriger. Die nächste große Herausforderung :twothumbsup:

Was würdest du empfehlen? Gibt es da Literatur und Erfahrungsberichte? Hans Kastners Bericht im vorletzten BONSAI-Clubjournal werde ich nochmals genau durchlesen. Da sind Praxistipps seiner 30-jährigen Erfahrung enthalten.

Grüße,
Rainer
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