Aus dem Leben einer Serissa

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HeinrichIII
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Sa 18. Okt 2014, 17:23

Aus dem Leben einer Serissa
Ein Erfahrungsbericht von 2014

Vorleben
Die Serissa habe ich mir 2003 als 3jährige Jungpflanze angeschafft (jetzt 14 Jahre alt). Nach einigen Jahren unzufriedenem Dahinvegetierens zeigten sich dann auch noch die schwarzen Triebenden mit den ebenso schwarzen Blättern, die das Ende der Serissa-Ära andeutete. Viele kennen dieses Phänomen. Schwarze Triebenden weisen auf ein ungesundes Wurzelsystem hin. Die Serissa wurde allerdings bis dahin noch nie umgetopft, also ist dieses Verhalten auch kein Wunder. Nun ging es um Alles oder Gar nichts. Um die Pflanze zu retten, habe ich alle toten Wurzeln so weit wie möglich entfernt und die alte Erde so weit wie möglich ausgespült. Ebenso wurde im Hinblick auf die stark reduzierten Wurzeln auch der oberirdische Teil stark reduziert. Es war demzufolge nur noch wenig Grün vorhanden. Es ging bei dem Rückschnitt auch darum die „schwarz-befallenen“ Triebe bis weit ins gesunde Holz einzukürzen oder sie auch ganz zu entfernen.

Lösung
Mit dem Wissen, dass die Serissa ein gut durchlüftetes Substrat braucht, habe ich sie in reinen Splitt eingesetzt. Das gewährleistet für die nächsten Jahre eine gute Wurzelbelüftung. Damit die Pflanze unter diesen Bedingungen eine Überlebenschance (mit diesen wenigen Wurzeln) hat, wurde sie nach dem bewährten Prinzip mit Topf in einer durchsichtigen Folientüte (großzügige Größe, für ein geschlossenes System in gespannter Luft) für die nächsten Wochen komplett eingehüllt. So wurde sie an einen hellen Ort gestellt, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung (Treibhauseffekt). Die Tüte wurde in dieser Zeit regelmäßig einmal in der Woche abgenommen und ausgeschlagen, so dass beim Einhüllen der Pflanze wieder frische Luft eingeschlossen wurde.

Leben
Nach dem Abnehmen der Folie musste auf ausreichende und permanente Substratfeuchtigkeit auf Grund der geringen Speicherfähigkeit des Splitt-Substrates geachtet werden. Sinnvoll wäre eine Oberflächenabdeckung aus Sackleinen oder Sphagnum gewesen. Egal was genommen wird, wichtig dabei ist, dass keine Verdichtung des Substrates entsteht. Ich hatte keine Abdeckung benutzt, sondern habe, wenn sich kritisches Wetter angekündigt hat (heiße Tage und oder Wind), die Pflanze einfach wieder unter den oben genannten Bedingungen mit Folie eingehüllt. So hat sich meine Serissa wunderbar erholt. Das muss etwa 2006 gewesen sein.
Das Experiment mit dem Splitt, im Hinblick auf eine angemessene Belüftung der Wurzeln, hat also funktioniert. Seit dem (das ist bestimmt schon wieder 8 Jahre her) wurde die Serissa noch nicht wieder umgetopft. Das wird im nächsten Jahr im zeitigen Frühjahr wohl fällig sein.

Wachstum
Nach vielen Jahren stiefmütterlichen Behandelns der Serissa kam eine Veränderung in mein Leben. Die Veränderung ist eine Wohnung mit Dachterrasse, auf der ich alle Bonsai ständig im Blick habe und selbst im Vorbeigehen daran ein paar Handgriffe machen konnte. So ist es in diesem ersten Jahr am neuen Standort geschehen, dass ich alle mein Bonsai mit einer intensiven Düngung versorgt habe.
In der Frühjahreszeit wurde jede Woche für alle Bonsai eine Düngergabe verabreicht. Verwendet habe ich einen preiswerten pulverigen Staudendünger von einem Discounter in dem auch Guano enthalten sein soll. Dieser wurde großflächig mit einem langstieligen Teelöffel auf der Substartoberfläche verteilt. Für die Serissa einen halben Teelöffel voll.
Und siehe da, die Überraschung war perfekt. Die ersten Blüten habe ich am 8. September bemerkt. Abgesehen von dem prächtigen Wachstum fast aller Bonsai, hat mich meine Serissa das erste Mal in den 14 Jahren mit Blüten überrascht. Zu dieser Zeit (September 2014) herrschen auf der Terrasse Temperaturen zwischen 8 bis 24 °C. Die Serissa stand zu dieser Zeit in voller Sonne (bis 16 Uhr) und musste daher intensiv gewässert werden, damit kein Mangel an Durchtriebkraft für die Blüten entsteht.

Blüte
Wie jeder weiß, tragen die Serissa ihre Blüten endständig (am Ende eines Triebes). Dabei entsteht dort nicht nur eine Knospe, sondern ein ganzes Knospenbündel mit bis zu 5 Knospen. Das bedeutet, dass man die Serissa während der Vegetationsperiode, wenn man Blüten haben möchte, nicht schneiden sollte/darf. Durch die intensive Düngung sind dabei einige bis zu 30 cm lange Neutriebe entstanden, die so üppig gewachsen sind, dass sogar an diesen diesjährigen Langtrieben weitere neu Kurztrieb (zwischen 1 bis 6 cm) entstanden sind. In einem Fall sind selbst an einem 6-cm-Neu-Kurztrieb mehrere weitere Kurztriebe entstanden, an der sich auch wieder Knospenbündel gebildet haben. Es ist der blanke Wahnsinn, denn an fast allen Triebenden haben sich Knospenbündel von 2- 5 Knospen gebildet. Es ist für mich das erste Mal, vielleicht ist dieser Zustand für den einen oder anderen normal, ich dagegen war total überrascht, dass meine Serissa geblüht hat. Es ist ein wahres Blütenfeuerwerk an meiner immer noch relativ kleinen und auch nicht besonders schön gestalteten Pflanze. Aber die Blüten „reißen wirklich alles heraus“, mit der Freude, dass selbst zu dieser Jahreszeit noch Bonsai zum Blühen kommen. Das macht dies Pflanze, so finde ich, zu einem äußert attraktiven Bonsai. Die anderen Bonsai stehen eben nur da und werden allenfalls rot (vielleicht aus Ärger oder Neid).
Es gibt zu diesem Zeitpunkt einige Knospenbündel an denen gleichzeitig 2 Blühten existieren, aber in der Regel geht immer nur eine Knospe pro Bündel auf. Die noch grünen Knospen vergrößern sich dabei um das Doppelte bis zur vierfachen Größe, bei der sie bereits im Knospenstadium weiß werden. Zuerst entstehen spitzen Blütenblättern, die sich im Laufe des Tages zu den typischen breit ausgefransten Blütenblättern entfalten. Die Blühdauer einer Blüte liegt bei ca. 5 Tagen.

Zukunft
Nach der Blühte bzw. auch vor dem totalen Abblühen der Pflanze werde ich alle Triebe gestaltungsgerecht reduzieren und mich auf die nächste Überraschung im nächsten Jahr freuen.
Die Serissa wird vor dem Frosteintritt im Wohnzimmer an einen exponierten Platz (am Ostfenster bei 22-24 °C) und später nach dem Rückschnitt ins hellen Treppenhaus gestellt. Um ein günstigeres Mikroklima für die Pflanze zu erzeugen wird sie auf eine mit groben Kies und Wasser gefüllte Unterschale gestellt.
Ich werde die Serissa weiter beobachten und fortlaufend meine weiteren Erfahrungen zur Kenntnis geben.

HeinrichIII

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So 26. Okt 2014, 11:02

Hallo Heinrich,

ein toller ausführlicher, lehrreicher und interessanter Bericht! Klasse gemacht!
Dankeschön dafür!

Hättest Du zur Untermalung vielleicht noch ein paar Fotos dazu?

liebe Grüße
Carmen

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HeinrichIII
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Di 4. Nov 2014, 21:26

Hallo Carmen,
vielen Dank für die "Blumen". Wie bereits erwänht ist es im Moment kein schöner Bonsai, er brilliert im Moment nur durch seine Blüten. Ich werde ab jetzt auch konsequent an seiner Gestaltung arbeiten. Ich würde mich freuen wenn dieser Beitrag auch andere erreichen würde. Im Anhang nun ein paar Bilder vom 5. Oktober.
PICT0706_k.jpg
Bis dann, viele Grüße von Heiner
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Carmen_G
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Mi 5. Nov 2014, 02:09

Hi Heinrich,

zusätzlich zu seinen Blüten hat er aber vom Stamm her auch gute Voraussetzungen und noch dazu einen sorgfältigen Besitzer, also was will man mehr, das wird was! :twothumbsup:

Und auch wenn hier nicht viele schreiben, erreicht hast du mit diesem Thread schon jede Menge, schau nur mal auf die Anzahl der Aufrufe! Das kann man in der Übersicht sehen, sind hier bei Deiner Serissa bereits jetzt schon über 440!

Also nur weiter so, das interessiert Viele!

liebe Grüße
Carmen

Cameo R.I.P.
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Mi 5. Nov 2014, 18:54

Hallo Heinrich,
Deiner Pflegeanleitung kann ich zustimmen. Wasser, ausreichend Dünger, durchlässiges Substrat und nicht so oft umtopfen, dann klappt das auch mit der Serissa. Die nach einem Stellungswechsel erscheinenden gelben Blätter sind bei Serissa fast normal und man kann dem ja vorbeugen, indem man sie in Ruhe lässt. ;-)

Meine ältesten 3 aus Stecklingen gezogenen Serissen sind aus 94. Leider ist mir die mehrteilige Mutterpflanze irgendwann eingegangen.

Auch trauere ich einem besonders schönen Exemplar nach, das ich 2008 in Mannheim erstand. Nach 2 Jahren meinte der Hauptstamm aus unerfindlichen Gründen, sich verabschieden zu müssen.
Der kleinere Nebenstamm lebt noch und der Hauptstamm trieb von unten Triebe nach, die ich nun versuche, in einer Art Verheiratung um den Stamm zu winden um vielleicht nach zig Jahren wieder was Baumähnliches zu erhalten.

Sie blühen auch jedes Jahr zuverlässig (nicht im Juni, aber im Sept./Oktober), doch mir persönlich ist die Form wichtiger und so blühen statt der 1000 Sterne eben nur 50. ;-)

Dann habe ich noch eine Mame-Serissa, sie hält sich wacker seit 2007.
Zwei panaschierte Besenförmige mit jeweils weißen und rosafarbigen Blüten runden meine kleine Serissa-Sammlung ab.

Nach den Eisheiligen dürfen sie ins Freie, den Winter über stehen sie im Wintergarten und auf dem Festersims im kühlen Schlafzimmer. Da beides Südseite ist, muss ich fast jeden Tag gießen, wenn die Sonne scheint. Sie bekommen auch weiterhin alle 8-10 Tage Dünger.

Dies ist meine Methode, die "etwas zickigen Damen" am Leben zu erhalten. Anscheinend gefällt es ihnen so. :-)

Grüßle, Gila

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HeinrichIII
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So 9. Nov 2014, 17:20

Hallo Gila,
Dein Beitrag war für mich auch sehr interessant, wußte eigentlich nichts über mehrere Arten. Ich werde mal die Augen für andere Serissa-Arten offen halten; vor allem für die rosa-fabene. Bisher habe ich meine Serissa nicht wie eine Mimose behandelt (siehe mein erster Beitrag), z.B. habe ich sie in voller Blütenpracht jetzt erst ins Haus geholt (obwohl Nachts bereits Temperaturen unter 10°C waren) und steht im hellen Treppenhaus. Ich hoffe nur, dass sie sich nicht totblüht und werde nun schon mal die langen Triebe zurückschneiden. Was die gelben Blätter betrifft, sind immer mal einige da, das macht aber nichts. So ist für mich auch die Zuordnung des Standortes nicht so entscheident, also darf es auch volle Sonne sein. Ich muß nur darauf achten, dass der Wasserhaushalt stimmt.
Wichtig ist nur, dass man die Pflanzen beobachten muß, um ihre Schwächen und Stärken zu erkennen. Ich werde sie weiter beobachten und ebenso darüber berichten.
Übrigens find ich die Serissa von Achim super toll. Auf Achims Anfrage werde ich auch noch antworten. Hattest Du eigentlich auch Bilder von Deiner Serissa ins Netz gestellt?
Also bis zum nächsten Mal. Viele Grüße von Heiner
P.S. Herbststimmung auf meiner Terasse:
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Cameo R.I.P.
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So 9. Nov 2014, 18:34

Hallo Heinrich,

ich glaube, in diesem Forum habe ich noch keine Bilder meiner Serissas gepostet. Ich wusste auch nicht, ob es Dir recht ist, wenn ich Dir Deinen Thread mit meinen Bildern "verwässere". ;-)

Genau, der Standort ist nicht so entscheidend. Aber man muss sie im Auge behalten und entsprechend reagieren. Hauptsächlich, was das Gießen betrifft.
Meine stehen mehr halbschattig, da die Sonnenplätze belegt sind.

Der Ahorn ist ein toller Farbklecks auf Deiner Terrasse. Mein Deshojo fängt erst langsam an sich umzufärben.

Grüßle, Gila

Cameo R.I.P.
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Di 11. Nov 2014, 13:28

Hallo Moderation!
Wieso funktionieren eigentlich meine Links nicht mehr nach dem Absenden?
In der Vorschau geht noch alles.

Grüßle, Gila

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Hanno
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Di 11. Nov 2014, 20:29

Hallo Gila,

warum der Link nach dem Abschicken verkürzt und unbrauchbar wird, kann ich Dir leider nicht sagen. Ich vermute(!), das System möchte keine direkten Links, sondern dass man die vorgegebene Funktion dafür benutzt.
Ich schick mal Deine Frage an den Admin.

Ich hab das aber auch schon festgestellt - - und den Fehler(?) dadurch behoben, dass ich den Link erst ins Textfeld kopiere und dann diese Adresse markiere und per (oben in der Symbolleiste) verlinke. ( ... ie Adresse[/size][/b]

Ist etwas umständlich, aber probiers mal . . .

Cameo R.I.P.
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Di 11. Nov 2014, 20:58

Hallo Hanno,
danke für Deine Antwort, aber das ist mir jetzt zu blöd. Warum einfach, wenns auch umständlich geht.... :bcdsad:
Ich kenn mich mit dem Zeugs nicht so aus. Für mich muss das einfach gehen, so wie bei anderen auch.

Gila, etwas genervt. ;-)

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adminbcd
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Mi 12. Nov 2014, 07:36

eigentlich gibt es keinen Grund, warum ein Link nicht funktionieren sollte.
Das, was Hanno beschrieben hat, kann man natürlich machen, aber eigentlich muss man nur den Link eingeben, der dann nach dem Abschicken automatisch als anklickbarer Link erschienen sollte...

http://www.bonsai-Club-Deutschland.de" onclick="window.open(this.href);return false;

Unterhalb des Absende-Buttons gibt es noch ein paar Optionen, u.a. den Punkt "URLS nicht automatisch verlinken", vielleicht ist der bei dir eingeschaltet?

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HeinrichIII
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Do 27. Nov 2014, 21:06

Hallo Leute,
wieder zurück zum Thema Serissa, ich komme leider nicht so oft zum Schreiben. Nun aber zum letzten Stand. Vor 20 Tagen habe ich sie ins helle Treppenhaus gestellt und sie ohne etwas daran zu machen weiter blühen lassen. Natürlich hat sie durch den Standortwechsel viele gelbe Blätter bekommen, aber was solls. Nach 10 Tagen Gewöhnung habe ich sie konsequent zurückgeschnitten ansonsten wird sie nur mit Regenwasser gegossen. Ich hoffe sie verzeit mir diese Frisur. Im Anhang dazu ein Bild nach dem Schnitt. Das erst einmal zum Zwischenbericht. Bis zur nächsten Meldung viele Grüße von Heiner
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Cameo R.I.P.
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Do 27. Nov 2014, 22:41

Hallo Heinrich,
dem Fräulein hast Du aber eine schnittige Kurzhaarfrisur verpasst. :smile:
Sind das eigentlich zwei eigenständige Pflanzen?
Schade, dass die Größere so wenig Äste am Stamm hat.
Grüßle, Gila

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Carmen_G
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Fr 28. Nov 2014, 00:57

Hi Heiner,

Bei so einem rabiaten Schnitt könnte sein, daß der hohe Stamm vielleicht weiter unten auch wieder Äste treibt, was ja gut wäre.
Wenn die Beiden Bäumchen nicht zusammengewachsen sind würde ich mir überlegen die einzeln weiter zu pflegen, oder genau anders herum zusammensetzen.
Vom kleinen die Äste sollten eher weg vom anderen Baum zeigen und nicht in den Leerraum dazwischen.
Serissa.png
Wenn dann noch entsprechende Äste in Zukunft wachsen wird das was!

liebe Grüße
Carmen
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HeinrichIII
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Sa 17. Jan 2015, 18:05

Hallo Freunde der Serissa,
Dank vorerst an Gila und Carmen für die letzten Kommentare.
Jetzt zu meiner Serissa. Womit ich nicht wirklich gerechnet habe ist, dass sie gerade noch dem Tod von der Schippe gesprungen ist. 3 Wochen nach dem Rückschnitt und Stagnation begannen die Blätter an den Triebenden wieder mal schwarz zu werden. Welch ein Graus. Etwa zur Weihnachtszeit habe ich die Pflanze erst einmal aus der Schale genommen; die Wurzeln sahen alle weiß und gesund aus. Habe den Ballen so gelassen und nur die dicksten Wurzeln ausgeschnitten und sie mit weiterem groben Akadama in eine größere Schale gesetzt. Habe alle Triebe stark zurückgeschnitten und alle auch die kleinsten Schnittstellen mit "Ponal"-Holzleim versiegelt. Später mehr über diese exelente von mir seit etwa 20 Jahren angewandte Wundverschluß-Art. Doch es war zum Verzweifen, der "Schwarze Tod" ging immer weiter voran, ich habe sie schon aufgegeben. Doch dann, meine Serissa zeigt jetzt wieder Lebenswillen. Sie treibt aus allen Knopflöchern. Ich war echt traurig und entsetzt, doch jetzt ist auch mein Bonsai-Leben wieder lebenswert, ich danke dem Universum dafür.
Serissa_Jan15_k.jpg
Und hir die kleinen Triebe.
Serissa Schnitt Blitz_k3.jpg
Soviel für dieses Mal.
Viele Grüße von Heiner
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Cameo R.I.P.
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Sa 17. Jan 2015, 19:25

Hallo Heiner,

eine meiner "Zicken" hat diesen Winter auch mit dem "Schwarzen Tod" geflirtet. :bcdboese:
Nach dem Rückschnitt trieb sie eigentlich wieder aus, doch dann machte sie Pause, es ging nicht mehr vorwärts.
Ich überlegte auch, ob ich sie umtopfen sollte, ließ es dann aber doch sein.
Ich warte noch zu. Sie zeigt noch grüne Blättchen, vielleicht rafft sie sich ja doch noch auf.

Die "Ponal-Methode" kannte ich noch nicht. Erzähl mal bitte mehr davon.
Grüßle, Gila

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HeinrichIII
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Do 22. Jan 2015, 17:44

Hallo Leute
Zu meinem vorhergehenden Bericht habe ich noch vergessen: Nach dem Umtopfen und Zurückschneiden (zu Weihnachten) stand die Pflanze noch bis kurz vor dem Jahreswechsel im Hausflur bei ca. 12 °C. Nachdem dieses „Schwarz-Werden“ (Es weiß keiner, was ES überhaupt ist.) kein Ende nahm, habe ich vor lauter Verzweiflung die Serissa ins warme Wohnzimmer ans helle Südostfenster bei 23 bis 24 °C gestellt. Bei dieser trockenen Luft musste natürlich auf ausreichend Substratfeuchtigkeit geachtet werden. Am 16. Januar war die Überraschung da, sie zeigte, wie es auf dem Foto vom letzten Bericht zu sehen ist, ihre neuen Triebe. Wünschen würde ich mir, dass auch an dem älteren dicken Stamm sich neue Triebe entwickeln würden, aber diesbezüglich ist noch kein Anzeichen zu erkennen.
Nun kurz zum Ponal. Es ist ein Holzkaltleim der einfach mit einem Pinsel als dünne Schicht auf die Schnittwunden aufgetragen werden kann. Beim Auftragen auf kleinste Triebschnitte verbleibt natürlich ein kleiner Tropfen. Ist der Kleber erst einmal richtig ausgetrocknet, läßt er sich durch Wasser nie wieder auflösen. Dieses Mittel hat den Vorteil, dass es mit dem Holz eine innige Verbindung eingeht, kurzer Hand aufgetragen werden kann und in jedes kleinste Loch kriecht bzw. mit dem Pinsel leicht einmassiert werden kann. Die Schnittstelle kann dadurch auch leichter überwallt werden, weil durch die dünne Schicht nichts im Wege steht. Vielleicht sollte man die Beschichtung bei größeren Wunden alle 2 Jahre erneuern.
Ich habe dazu in diesem Forum unter dem Thema „Technik & Probleme“ einen Tread „Ponal als Wundverschluss“ gepostet.
Also viel Erfolg damit.
Viele Grüße von Heiner

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HeinrichIII
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Mi 25. Feb 2015, 12:27

Hallo Serissafreunde,
Das neuste von der Serissa-Front.
Die Wärme im Wohnzimmer hat weiterhin seine wachstumsfördernde Wirkung gehabt.
Nach dem sich ein starkes Wachstum gezeigt hatte, habe ich in 2 Etappen die neuen Triebe jeweils auf ein Blattpaar zurückgeschnitten. Ich wollte damit den noch weit zurückgeblieben Jungtrieben mehr Energie zukommen lassen. Beim ersten Rückschnitt waren es 3 und bei der 2. Etappe waren es 4 Triebe, die mit einer permanent in Spiritus getauchten Schere beschnitten wurden. Die Triebe waren bis auf 3 vollständige Blasttpaare ausgebildet. Bei den letzten Treiben hatten sich zum Teil schon neue Trieb in den Blattachsel gebildet.
Am letzten Wochenende habe ich noch einmal ein Status-Foto gemacht, bei dem auch die eingetrockneten Stängel nach dem Schnitt zu erkennen sind.
Nun war es Zeit der Pflanze noch einmal der Jahreszeit angemessenen Ruhe zu geben und habe sie wieder in das kühlere und helle Treppenhaus gestellt.
DSC00225_k.jpg
DSC00227_k.jpg
Soviel zu dem Neusten meiner Serissa.
Viele Grüße von Heiner
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Zuletzt geändert von Hanno am Mi 25. Feb 2015, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Auf Wunsch von Heinrich III hab ich ein doppeltes Bild gelöscht.

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HeinrichIII
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Fr 4. Dez 2015, 17:42

Hallo Freunde der Serissa
Um die Berichterstattung mit dem Serissa-Experiment fortzusetzen, gibt es für dises Jahr 2015 nur zwei wesentliche Anmerkungen.
1. Es gab in diesem Jahr zu meiner Freude keine negativen Erscheinungen, die somit die Serissa als völlig unproblematische Pflanze erscheinen ließ.
2. Das "Blütenfeuer", wie ich es im vorigen Jahr erlebt habe, ist in diesem Jahr leider ausgeblieben. Insgesamt haben sich in der Tat nur 2 Blüten gezeigt. Tatsache war alledings, dass ich nicht so intensiv wie im vorigen Jahr düngen konnte, da die Hitzewellen nur ein reduziertes und verhaltenes Düngen erlaubt haben, wenn man bedenkt, dass alle meine Bonsai auf einer klimatisch bedenklichen Dachterasse stehen. Ob das reduzierte Düngen die Ursache für den Blütenausfall war, vermag ich nicht einzuschätzen. Der Zustand von Anfang Oktober ist auf Bild "Oktober" zu sehen.
Oktober.jpg
Übrigens, der Standortwechsel ins warme Wohnzimmer, hat dieses Mal keine Probleme mit sich gebracht. Ab Ende September habe ich sie mehrmals bei drohender Frostgefahr für die Nacht ins warme Wohnzimmer genommen. Dieser häufige Wechsel hat sich als völlig unproblematisch gezeigt. Ende Oktober wurde sie dann auf Dauer ins Wohnzimmer gestellt. Ich habe die langen Trieb nach einer Woche Wartezeit konsequent zurückgeschnitten, wo nach kurzer Zeit der Neuaustrieb wieder begonnen hat. Das Ergebnis ist auf dem 2. Bild "Neutrieb" zu sehen.
Neutrieb.jpg
An diesem warmen Standort wurde die Serissa auf einem Tablett mit Kies und Wasser gestellt, so dass für die Schaffung eines günstigen feuchten Mikriklimas gesorgt wurde. Außerdem werden die Blätter so oft es geht mit Regenwasser besprüht. Und sie wächst ohne die befürchteten schwarzen Triebe. Da sie diese Umstellung nun so gut überstanden hat, werde ich sie demnächst in das kühlere helle Treppenhaus stellen, so dass sich doch eine mäßige Winterruhe einstellen kann.
Bitte nicht die Nase über das bescheidene Aussehen der Pflanze rümpfen. Das ist für mich bei dieser Pflanze nicht das Wesentliche. Mir geht es hier ausschließlich darum, das Verhalten auf meine Pflege zu beobachten und diese Erkenntnisse für alle Interessierten zur Kenntnis zu geben, um somit dem negativen Immage der Serissa etwas entgegenzusetzen.
Bis dahin viele Grüße von Heiner
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Sa 5. Mär 2016, 13:45

Freut mich, daß die Serissa so schön gedeiht.
Und genau solche Berichte sind doch jede Menge wert! Denn was hilft ein noch so toller Baum, wenn man ihn kaputtpflegt, weil man es nicht weiß wie es der Baum gern hätte.

Ausserdem....ein paar Jahre später hast du dann einen gesunden und auch einen Baum der nicht mehr bescheiden aussieht, denn der entwickelt sich ja auch weiter. :)

Also gerne weiter so! :twothumbsup:
Liebe Grüße
Carmen

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Mo 7. Mär 2016, 20:52

Danke Carmen, Du bist die einzige "offene" Treue.
Ich hoffe aber trotzdem, dass sich auch andere für dieses Thema interessieren. Ich werde nichts auslassen und auch meine Fehler darstellen. Die gehören zur Erkenntnissammlung dazu. Ich werde den Verlauf fortsetzen.
Gruß Heiner

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Mo 7. Mär 2016, 21:00

Hallo Leute.
Parallel zu meinen eigenen Erfahrungen suche ich außer den Standardinformationen zur Serissa spezielle Erkenntnisse und Erfahrungen zu Haltungsproblemen. Leider bisher ohne Erfolg.
So kann ich erst einmal nur über meine eigenen Beobachtungen und Pflegearbeiten berichten.
k-PICT1076_28.12.15.JPG
Ende Dezember habe ich die langen bis zu 8 cm langen Triebe auf jeweils ein Blattpaar zurückgeschnitten.
k-PICT1077_28.12.15.JPG
So hat sich unmittelbar danach wieder die bereits erwähnte Schwäche gezeigt (schwarze Triebe und Blätter).
DSC01775_k.jpg
Hier eine Vermutung: Vielleicht war der Rückschnitt zu heftig für die Pflanze.
Konsequenz: Das nächste Mal werde ich einen Trieb nach dem anderen im Abstand von jeweils einer Woche zurückschneiden.
Meine Sofortmaßnahme war (wie damals), die Pflanze aus der Schale zu nehmen, sämtliche Erde aus dem Wurzelbereich zu entfernen und in ein Substrat aus Lava, Bims, Zeolit und etwas Akadama zu setzen.
Die darüber gestülpte Folientüte (für gespannte Luft) war völlig falsch. Es hatte sich nach wenigen Tagen Schimmel an allen Trieb-und Aststummeln gebildet. Also die Tüte wieder weg und die Pflanze auf eine Unterschale mit Wasser, auf die Fußbodenheizung, an das Terassenfenster gestellt.
Das Thermometer im Unterschalenwasser zeigte 23 °C an. Die Serissa erwacht wieder durch viele kleine Neutriebe (auch aus dem alten Holz) zu neuem Leben. Häufiges Übersprühen und tägliches Gießen waren dann an der Tagesordnung.
Nun zeigt sich Mitte Februar die Pflanze im folgenden Bild:
k-PICT2175.JPG
Für neu hinzugekommene möchte ich hier noch einmal erwähnen, dass es hier nicht um die Schönheit geht, sondern um die Beschäftigung mit den Problemen und der Haltung der Serissa. Ich würde mich über über Kommentare und Erfahrungen von Anderen freuen. Vielleicht macht auch nur meine Serissa solche Probleme.
Bis auf Weiteres. Gruß Heiner
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Carmen_G
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Di 8. Mär 2016, 11:21

Hallo Heiner,

ich könnte mir vorstellen, daß die Serissa nach dem Schnitt dann Probleme mit etwas zu feuchten Füßen hat, weil sie ja dann eine ganze Menge weniger verdunstet und daher nicht mehr so schnell im Ballen abtrocknet.

Und nasse Füße mögen die irgendwie gar nicht.
Aus dem Topf nehmen und neues schön durchlässiges Substrat hat ja anscheinend dnn auch was gebracht. Laß nächstes Mal einfach die Zwischenphase mit der Tüte weg. ;)
Liebe Grüße
Carmen

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Rainer
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Di 8. Mär 2016, 13:00

Hallo Heiner,

meine Serissa lebt seit 19 Jahren bei mir. Sie liebt volle Sonne den ganzen Tag. mit der Hitze im letzten Jahr hatte die keine Probleme. Ich hatte aber den Topf abgedeckt damit er nicht so heiß wird. Sie treibt gut. Ich habe aber auch schon Äste verloren weil zu naßkalte Wurzeln.

Was sie nicht mag:
- im Winter zu kalt stehen - im ungeheizten Gang am Ostfenster wird es ihr zu kalt, wenn es stärkere Fröste draußen hat.
- im Schatten stehen.
- das ganze Jahr im Haus stehen.
- Zu nasse und kalte Wurzeln - wie Carmen schreibt.

Aber dass der "Junischnee" im Juni schön blüht, habe ich noch nicht geschafft.

So lang hat es noch keine Serissa bei mir ausgehalten.

Ciao

Rainer
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Fr 11. Mär 2016, 20:37

Hallo Carmen, Hallo Rainer,
danke für Eure Erfahrungen, ich werde Eure Ratschläge in meiner Sammlung aufnehmen und berücksichtigen. Im Grunde genommen haben sich Eure Ratschläge in den letzten Wochen meiner Serissahaltung bestätigt. Rainer, Deine Serissa ist wirklich ein hervorragendes Exemplar, ich bin auch auf der Suche nach einem schönen Stück, so dass meine Experimentierpflanze nicht so allein steht.
Dann weiter so.
Viele Grüße von Heiner

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