Lärchenproblem

Wissenswertes, Virtuals,Tips und Tricks
Antworten
pit67
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 26
Registriert: So 7. Dez 2008, 08:23

Mo 6. Jul 2015, 20:40

Hallo ihr Leut,

Kann eigentlich Lärchen ganz gut und habe mit ihnen bestimmt 15 Jahre Erfahrung... Aber eine Lärche macht plötzlich braune Nadeln, aber je Nadel nur bis zur Hälfte. Fing mit der Krone an, inzwischen hat's aber jeder Ast. Kann mir jemand sagen, was das ist? An den Nadeln sind KEINE Einstichstellen.

Vorab 1000 Dank.

Bild

Detlev
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 328
Registriert: Di 14. Apr 2015, 14:58
Wohnort: Kreis Nienburg/Weser

Mo 6. Jul 2015, 20:44

Wassermangel ?bei der letzten hitze .


oder zustarke sonne ?

Detlev
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 328
Registriert: Di 14. Apr 2015, 14:58
Wohnort: Kreis Nienburg/Weser

Mo 6. Jul 2015, 20:47

Fällt mir gerade ein.

Habe die mal mit wasser besprüht. Da waren da auch kleine stellen drauf und dann kam die sonne :bcdsad:

pit67
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 26
Registriert: So 7. Dez 2008, 08:23

Mo 6. Jul 2015, 20:55

Danke Detlev, aber Baum steht wie immer (seit Jahren) und Besprühen mit Sonneneinstrahlung ist ja eher ein Fehler, den ich als Anfänger vor Jahren schon schmerzlich gelernt habe ;-)

Benutzeravatar
majo
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 3894
Registriert: Mo 6. Feb 2006, 18:04
Wohnort: Saarlänner
Kontaktdaten:

Di 7. Jul 2015, 12:39

hallo Pit67,

ich tippe mal auf eine Lärchenschütte.
Es gibt 2 verschiedene Erreger-Pilze die dafür verantwortlich sein können.
Infos bekommst du im www. jede Menge.
Eine genaue Analysemöglichkeit habe ich jedoch auch nicht.

Wichtig ist die befallenen Nadeln alle zu entfernen und nicht auf dem Boden liegen zu lassen.
( die Infektion erfolgt immer wieder über die alten Nadeln, wo der Pilz auch überwintert )
Man kann auch nach Entfernen der befallenen Nadeln mit einem Fungizit vorbeugend spritzen, am besten in 2-3 Steps ( und achte darauf, dass kein Spritzmittel in die Erde dringt ).
Es hilft auch, den Baum bzw. die Nadeln nicht zu feucht zu halten.
Erhöhte Feuchtigkeit fördert die Verbreitung des Pilzes.

Angeblich werden nur die Nadeln von dem Pilz befallen. Der Baum wird also nur bei extremer Schädigung Äste absterben lassen.

Was mir aber auch nicht gefällt , sind die fehlenden Langtriebe.
Wenn der Baum wüchsig ist, müsste er jetzt jede Menge davon hervorbringen.
Es scheint also, dass er ganz schön vor sich hin mickert, bzw. doch recht stark geschwächt ist.

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

Benutzeravatar
Carmen_G
Vorstand
Vorstand
Beiträge: 5451
Registriert: Di 20. Mär 2007, 14:30

Mi 8. Jul 2015, 07:23

Schließe mich da Majo an, das ist ein Pilz.
Schnellstmöglich fein säuberlich alle befallenen Nadeln entfernen und sicher, d.h. Restmüll, nicht Kompost, entsorgen!
Dann dahinter bleiben und jede neue befallene Nadel sofort wieder weg. Mit etwas Glück ist das nächstes Jahr mit neuem Austrieb dann nur noch ganz vereinzelt und wenn man dahinter bleibt, dann ganz weg.
Dazu den Baum vom Gesamtzustand ordentlich kräftigen!

liebe Grüße
Carmen

Benutzeravatar
VolkerK
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 420
Registriert: Mi 13. Dez 2006, 19:35

Mi 8. Jul 2015, 09:01

Hallo
Das Schadbild kann aber auch durch Lärchenminiermotten entstanden sein.
Gruß Volker

Benutzeravatar
majo
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 3894
Registriert: Mo 6. Feb 2006, 18:04
Wohnort: Saarlänner
Kontaktdaten:

Mi 8. Jul 2015, 15:13

Das Schadbild kann aber auch durch Lärchenminiermotten entstanden sein.
das stimmt allerdings.

Am besten man schaut sich die Nadeln mal unter der Lupe bzw. dem Mikroskop an.

Sieht man eine Fraß-Öffnung, oder sieht man kleine schwarze Punkte auf den befallenen Nadeln ?
Bei der Miniermotte sieht man auch immer noch solche seltsamen Gebilde , wie kleine Hülsen.

Am besten du schaust dir die Schadbilder mal im www an.
Kannst uns ja mal auf dem Laufenden halten.

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

pit67
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 26
Registriert: So 7. Dez 2008, 08:23

Mi 8. Jul 2015, 21:09

Hallo Leute,
danke für die Tipps und Beiträge.

Ich habe folgende Anmerkungen/Fragen:

a) Der Baum ist eigentlich fit. Die Langtriebe fehlen, weil ich sie bereits vor vier Wochen weggenommen habe

b) wenn Pilz, müsste ich bestimmt drei vor vier Nadeln wegnehmen :-O
Soll das wirklich so sein? Wenn ja, schneiden oder zupfen? Ganze Nadel oder nur den braunen Teil jeder Nadel?

c) werde morgen mal nach der Motte Ausschau halten

Benutzeravatar
majo
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 3894
Registriert: Mo 6. Feb 2006, 18:04
Wohnort: Saarlänner
Kontaktdaten:

Do 9. Jul 2015, 07:34

befallene Nadeln alle abzupfen, und entsorgen..... dann mehrmals spritzen...... so würd ich vorgehen.

Zeig doch bitte einmal die ganze Krone.
An den Trieben die ich hier sehe, waren dieses Jahr noch keine Langtriebe.....
Ein frühzeitiger Befall von irgendwelchen Schädlingen kann natürlich auch zu einem schwachen mickerndem Austrieb führen.

Als Ferndiagnose ist das immer sehr schwer zu beurteilen.
Bis jetzt sehe ich 3 mögliche Schadenspotenziale
1. Pflegefehler ( mehrmals zu trocken, dauerhaft zu naß, zu sonnig bzw. zu heiß, Mangelerscheinung , ungünstiger Umtopfzeitpunkt ...... )
2. Lärchenschütte durch Pilzbefall
3. Miniermotte

ich würd versuchen im Auschlußverfahren die einzelnen Schadbilder zu analysieren und dann abzustellen.
Ein kleiner Tip ( und wirklich nicht bös gemeint)....... betrüg dich nicht selbst.....wenn ein Fehler gemacht wurde oder erkannt ist.....dann gesteh ihn dir ein, und geh ihn konsequent an.
Es nützt gar nichts, wenn du uns erzählst was du alles richtig gemacht hast.....wenn der Baum danach doch stirbt.

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

pit67
Forumsmitglied
Forumsmitglied
Beiträge: 26
Registriert: So 7. Dez 2008, 08:23

Fr 10. Jul 2015, 07:53

Hallo Majo,
schon klar, das Ferndiagnose immer schwer ist.

Anbei mal zwei weitere Bilder. Wie gesagt, habe jede Menge Langtriebe gehabt und geschnitten/gezupft. Ein paar sind schon wieder da.

Womit würdest du spritzen, wenn's Pilzbefall wäre?

Bild

Bild

Benutzeravatar
majo
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 3894
Registriert: Mo 6. Feb 2006, 18:04
Wohnort: Saarlänner
Kontaktdaten:

Fr 10. Jul 2015, 12:58

ok, ein paar Langtriebe kann man erkennen.

Sonderlich vital, erscheint mir der Baum aber trotzdem nicht.
Das wiederum kann mehrere Ursachen haben ( schwache Düngung, falscher Standort, Überwinterungsschäden, Pilzerkrankungen und saugende "Biester" usw.... )
Lärchen in der Schale stehen manchmal lieber leicht schattiert als in der prallen Sonne.
Problem sind hierbei nicht die Nadeln sondern eher die Schale bzw. die Wurzeln.
Die Erde wird dabei sehr schnell warm, und manchmal sogar zu warm ( vor allem in flachen Schalen ). Das kann ebenfalls zu Nadelschäden und schwächelndem Austrieb führen.

Als Pilzmittel würde ich ein systemisch wirkendes Breitbandfungizit nehmen.
Bei unseren Forums-Händlern oder im Gartenmarkt gibt es da mit Sicherheit mögliche Mittelchen ( z.B. Ecivo oder Saprol )

Ich spritze z.B. jedes Jahr vorbeugend:
im Austrieb mit einem Weissöl gegen überwinternde "Bister", und im Frühsommer 1-2 mal mit einem Pilzmittel.
Wenn man das nicht machen will, muss man in der Topfkultur halt immer auf kurzfristigen Befall gefasst sein.
Ein Garant gegen alle möglichen Schädlinge gibt es aber trotzdem nicht.


und noch was: schneid die Langtriebe nicht zu früh und dann noch komplett ab.
Die Ausbildung der Langtriebe stärkt die Pflanze.
Nach Ausreifung (wenn man die Knospen für`s nächste Jahr erkennen kann ) würd ich immer noch 1-2 Knospen stehen und ausreifen lassen. Im Herbst kann man dann wieder auf eine Knospe reduzieren.

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

Kallemann
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: Sa 4. Apr 2015, 08:43
Wohnort: 78333

Sa 12. Nov 2016, 19:32

Guten Abend,
das ist es, was mir besonders an diesem unserem Forum gefällt, diese Offenheit und Kompetenz.
Ich habe dieses Jahr auch eine Lärche die ähnliche Schadensbilder zeigt. Drei Lärchen stehen nebeneinander, gleiches Substrat, gleiche Umweltbedingungen, Gieß - und Düngegabe.
2 haben erst diese Tage wirklich goldenes Laub, die andere hat schon 2 Monate geschwächelt.
Bei unserer letzten Regionalschulung wurde auf Lärchenschütte getippt und jetzt eine Spritzung mit Jin-Mittel ~1,5% empfohlen. Dann im Frühjahr beim bzw. kurz vor dem Austrieb Behandlung mit Austriebsspritzmittel. Soll ich die Funguzit - Spritzung zusätzlich vornehmen? Vor oder nach dem Austrieb ? Meine Lärchen werden alle im nächsten Frühjahr nach dem Austrieb umgetopft.
Gruß Karl
Schau in die Sonne, dann siehst du deinen Schatten nicht

Benutzeravatar
HeinrichIII
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 60
Registriert: Mi 14. Mai 2014, 20:32
Wohnort: Potsdam

Sa 12. Nov 2016, 23:23

Hallo Karl,
Laß`den Sch... mit dem Jin-Mittel, dieser Insidertip funktioniert nicht in jedem Fall. Nimm lieber ein ordentliches Mittel.
Du müsstest mal zeigen wie Deine Lärche aussieht und zu welchen Zeitpunkt das Problem entstanden ist, sonst kann man Dir keiner helfen. Dünge im nächsten Jahr angemessen und wenn Probleme entstehen denke über einen angemessenen Standort nach. Ich empfehle Dir noch einmal Majo Hinweise.
Übrigens waren im letzten Jahr hinterhältige Sonneneinstrahlungs-Phänomene, die z.B. an meinen Fächerahornen einen ziemlichen Blattschaden verursacht haben.
Meinen Lärchen dagegen ging es dagegen ausgezeichnet.
Bis dann Heiner

Kallemann
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: Sa 4. Apr 2015, 08:43
Wohnort: 78333

So 13. Nov 2016, 09:34

Hallo Heiner,
danke für deine Rückmeldung.
Jin-Mittel ... 10 Personen = 15 Aussagen!
Ein anerkannter Bonsai - Gestalter / Fachmann hat dies empfohlen. Er hat dies bei seinem Meister in Japan jeden Herbst so durchführen müssen.
Jeder muss wohl seine eigenen Erfahrungen machen.
Bilder: es gibt keine Bilder bei denen der Schaden sichtbar wäre. Nun ist der Baum voll durchgedrahtet, und absolut ohne Laub.
Gruß Karl

Benutzeravatar
uvex
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 334
Registriert: Mi 24. Sep 2008, 07:30
Wohnort: Linda bei gera
Kontaktdaten:

So 13. Nov 2016, 14:30

Hallo,
kann es sein, dass die Lärchen mit gesundem Laub Japanische Lärchen oder Hybridlärchen sind? Da diese Spezies kaum Nadelschütte bekommen, wäre das eine mögliche Erklärung.

Ansonsten empfehle ich bei sämtlichen pilzanfälligen Blättern (Mehltau, Nadelschütte, Teerfleckenkrankheit usw. ....) von Ende Mai bis September ein vorbeugendes Einsprühen mit Netzschwefel. Auch verdünntes Bleichmittel ( 1:200) ist möglich. Dabei verwendet man eine geringere Dosierung, als auf der Verpackung empfohlen. Das verhindert weiße Ablagerungen auf dem Laub und wirkt trotzdem ausreichend, da es vorbeugend angewandt ist.

- Uwe -

Benutzeravatar
HeinrichIII
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 60
Registriert: Mi 14. Mai 2014, 20:32
Wohnort: Potsdam

So 13. Nov 2016, 17:00

Kallemann hat geschrieben: Ein anerkannter Bonsai - Gestalter / Fachmann hat dies empfohlen. Er hat dies bei seinem Meister in Japan jeden Herbst so durchführen müssen.
Hallo Karl,
Danke für die Info, ich fühle mich belehrt und akzeptiere das so.
Werde diesen Hinweis in meine Sammlung aufnehmen.
Gruß Heiner

Kallemann
BCD Mitglied
BCD Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: Sa 4. Apr 2015, 08:43
Wohnort: 78333

Mo 14. Nov 2016, 10:56

Hallo Uwe,
danke für deinen Hilfe/Kommentar.
Es handelt sich ausschließlich um die Europäische Lärche!
Gruß Karl
Schau in die Sonne, dann siehst du deinen Schatten nicht

Antworten
  • Information
  • Wer ist online?

    Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast