Re: Substrat, Giessen, Düngen

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Pet
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So 29. Jan 2012, 15:15

Da möchte ich Majo ausdrücklich zustimmen!
Die Rand- oder Rahmenbedingungen sind bei kleineren Schalen um so wichtiger! Dazu gehört wie angesprochen gießen und düngen, aber auch dein (Mikro)Klima.

Ein Beispiel:
Ne 60cm lange, entsprechend großvolumige Schale mit goßer Kiefer und modernem Substrat in praller Sonne trocknet über den Tag hinweg aus, um 17 Uhr kommt der Mensch und gießt - alles ist gut.
Daneben steht ne Schale von 12 cm, die ist bei gleichem Substrat nach einer Stunde rappeltrocken. Steht dann wer mit Kanne daneben, prima. Denn kurz darauf erhitzt sich das Ganze ansonsten so sehr, dass der Pflanze darin wenig Lebenswille bleibt. So geht das über den Sommer hinweg weiter.

Üblicherweise wird man die kleine Schale etwas schattiger stellen. Ist es in deinem Garten aber überall etwas windig, dann hält das Ganze evtl. trotzdem nur 2-3 Stunden, da die Pflanze durch den Wind reichlich verdunstet. Ganz in den Schatten zu stellen ist für die meisten Pflanzen keine Alternative, also muss du "rechnen": das Substrat muss Feuchtigkeit so lange puffern, dass es bis zur nächsten Gelegenheit reicht, in der du zuverlässig gießen (lassen) kannst!

Ich persönlich mache es so: so viel anorganische Bestandteile wie irgend möglich, aber so viel Puffermaterial wie nötig, damit ich bei kleinen Schalen mit den Gießintervallen hinkomme.
Ob du Akadama, Torf, oder sonstwas als Puffer verwendest, ist Glaubensfrage. Wichtig eben: nicht zu viel feines Material, ggf gut aussieben.
Aussaaterde nehme ich persönlich wirklich nur für Saaten von Blümeleins, das Zeug ist mir viel zu fein.
Gruß
Pet

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So 29. Jan 2012, 15:35

Tobi,
zum Düngen findest du mit der Suchfunktion jede Menge Info!
Die Menge hat auch ihren Grund: das lässt sich nicht mit 2 Sätzen zusammenfassen und richtigs Düngen ist auch ohne die ganzen Glaubensfragen eine  "Wissenschaft". Ganz kurz und vereinfachend (!!!) zusammengefasst:

Im Frühjahr mehr Stickstoffanteile (N) als später
im Sommer ausgewogen, bei Hitze niedriger dosiert
im Herbst Phosphor-Kalium betont (P-K).

Junge Pflanzen insgesamt mehr düngen, insbes. N, reifere etwas sanfter - Stickstoff verstärkt das Längenwachstum, das macht große Blätter und Internodien ;)

Will ich eine Pflanze puschen (weil jung, oder für besondere Maßnahmen) dünge ich mehr. Dabei immer passend zum Substrat  - organische Bestandteile speichern Dünger, die Pflanze kann verbrennen, insbesondere bei anorganischer Düngung.

Frisch ausgegrabene Pflanzen nehmen über die Wurzeln weniger Nährstoffe auf, besonders hier kann Blattdüngung angezeigt sein.

Anorganische Dünger stehen der Pflanze als Nährsalz sofort zur Verfügung. Organische müssen erst von Organismen aufgeschlossen werden, das braucht Zeit und Mindestemperaturen von ca. 15-20°C aufwärts.
Organischer Dünger ist ph-sauer.
Generell ph-Wert des Substrats beachten, für die jeweilige Pflanze richtigen Wert zu erreichen versuchen (z.B. Kanuma für Azaleen benutzen, aber nie für Wacholder)

Das ist stark vereinfacht, und es lohnt sich wirklich, dem Thema etwas Zeit zu widmen. Mit der richtigen Düngung kannst du mit deinen Pflanzen erheblich schneller vorankommen und sie sind gesünder = weniger schädlingsanfällig, als wenn du das vernachlässigst. Viel Spaß und Erfolg beim Suchen und Studieren!!!

:suche:
Gruß
Pet

RalphK
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Fr 22. Jun 2012, 15:24

Hallo,

ich habe den Thread mit großem Interesse gelesen und finde die Ausführungen von Hr. Pall sehr logisch und nachvollziehbar.

Für mich unklar ist das richtige Vorgehen, wenn eine Pflanze die aktuell in Erde gepflanzt ist in Substgrat gepflanzt werden soll. Was ist da das richtige Vorgehen?

Kann die Erde in einem Zug entfernt und durch Substrat ersetzt werden oder muss das in mehreren Schritten erfolgen?
Wenn es mehrere Schritte sind, wie sehen die aus und wie ist das Gieß und Düngeverhalten in der Übergangszeit?
Wenn ist der Richtige Zeitpunkt zum Wechsel?

Freue mich auf eure Antworten
viele Grüße
Ralph

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Walter Pall
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Fr 22. Jun 2012, 15:59

Ralph,

das geht in einem Zug. Der richtig Zeitpunkt ist genau der, wenn der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen allgemein da ist.

Detlev
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Di 7. Jul 2015, 20:17

Und das ist im märz /April , je nachdem ob das wetter 2-4 Wochen hinterherhängt oder schon früh warm ist. Und dann liegt es widerum an der pflanzenart. Und wo, Sie ,wie über den Winter gestanden hat. :bcdhappy: :grin: :grin: .



So viele wenns und Aber ?!?!

Was mich jetzt interessiert ist ,die mischung fibotherm zu akadamia für acer palmatum.

fibotherm mit ........... jeweils azalee und feldahorn.
Bitte wenn es geht von den profis. (Walter Pall,Rainer,Hanno,Albin,majo,Carmen.Euchhabe ich gerade im Sinn.)
Da ich selber noch anfänger bin.

Das muß doch möglich sein eine aussagekräftige Antwort zubekommen.

bitte jeder wie er es macht oder mit den substrat(fibotherm plus ander zusatzmischung).

Wenn da nichts kommt wäre ich sehr entäuscht.(dann denke ich,das das alles geheiniskrämerei ist :grin: .)

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Rainer
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Di 7. Jul 2015, 21:32

Hallo Detlev,
eigentlich ist es ganz einfach, ich nehme für Ahorn pur Akadama, für Nadelbäume Kiryu, und für Azaleen Kanuma.
Für die oberste Deckschicht mische ich Akadama und Lava 1:1 da es schön liegenbleibt und strukturstabil ist.

Das ist für mich, mein Mikroklima im Garten und mein Giessverhalten und Schattierung passend.

Maxit, Bims, Aqualit, Seramis, Lechzusa, BonCoco,... Mit denen experimentiere ich nur noch bei Beistellern oder für Stecklinge, damit das Zeug wegkommt.

Schaue Dir mal den Link an http://youtu.be/kRIa-ypSlw8

Hilft Dir das weiter?

Das Thema ist unerschöpflich, und leider muss jeder seine Erfahrung machen. Ich bleibe beim Einfachen.

Ciao

Rainer
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Hanno
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Di 7. Jul 2015, 21:35

Zuerst, weil ich u.a. angesprochen werde:
Azaleen halte ich nicht, Fibotherm und Akadama benutze ich(!) nicht, kann dazu also auch nichts sagen.

Im Herbst gefundenen Pflanzen lasse ich den Originalboden, setze sie zum Überwintern in einen grossen Pott und wasche die Erde erst im Frühjahr beim Umtopfen aus.
Im Frühjahr gefundene Bäume kommen sofort in reines Granulat ohne irgendeine Beimischung, wobei ich die Erde oft nicht sofort ganz auswasche, sondern erst beim nächsten Umtopfen, meist im folgenden Jahr.

Das hat zur Folge, dass ich erheblich öfter giessen muss - bei der momentanen Hitze mehrmals am Tag. Als Rentner habe ich zwar auch nicht mehr Zeit, aber ich kann sie besser einteilen. Auch die Sache mit dem Dünger muss dann natürlich den Umständen angepasst werden, d.h. mehr Dünger ins Giesswasser geben, weil das Meiste eh unten wieder rausläuft.
Und zusätzlich stehen meine Bäume in wassergefüllten Untersetzern.
Detlev hat geschrieben:(dann denke ich,das das alles geheiniskrämerei ist
Das ist zu kurz gedacht, Detlev.
Im Allgemeinen machen "Profis" (zu denen Du mich fälschlicherweise zählst - ich beschäftige mich zwar schon etliche Jahre mit Bonsai, lerne aber immer noch fast täglich dazu) kein Geheimnis um "ihre" Rezeptur. Das Problem ist halt nur, dass Du 10 Bonsaianer fragen - - - und 10 unterschiedliche Mischungen aufgezählt bekommen kannst . . .
Jeder für sich hat seine guten Erfahrungen gemacht, die Du aber in den seltensten Fällen 1:1 für Deine eigenen Bäume umsetzen kannst.

Pet hat weiter unten in diesem Thread - das war 2012 - eine treffende Zusammenfassung geschrieben, die ich eigentlich so unterschreiben würde.

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Moya
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Di 7. Jul 2015, 21:36

Azas pflanzt man in Kanuma und sonst nix.

Meine Standardmischung besteht aus Akadama:Fibotherm:Bims/Lava=1:1:1
Sehr grob für Nadels, etwas feiner für Laub.
Bei Laub kommt dann nochmal zwischen 0 und 4 Teilen Kokosfaser drunter je nachde wie viel der Baum saufen will.

Meine Fächer- und Dreispitzahorne stehen in 3x Akadama:1xFibotherm:1x Bims:3xKokos.

Gedüngt wird bei jedem Gießen ein bisschen.

Funktioniert bei mir bei meinem Kleinklima hier ganz gut. Jeder machts anders und jeder hat seine eigene Mischung angepasst auf seine Gegebenheiten.
Du wirst wie jeder von uns auch probieren müssen was bei Dir am besten tut - eine allgemeingültige Formel wird Dir hier niemand nennen.
Viele Grüße,
    Moya

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Detlev
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Di 7. Jul 2015, 21:56

habe ichs doch geschafft. Super danke an euch und euren meinungen

Detlev
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Di 7. Jul 2015, 22:00

Das waren doch super statements.

Klima ? Wohne in niedersachsen 27324 . Da ist das klima nicht zuwarm oder zukalt . :grin:


wenn jemand weiß ,wer aus meiner NÄHE kommt ......................

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Hanno
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Di 7. Jul 2015, 22:12

Detlev hat geschrieben:wenn jemand weiß ,wer aus meiner NÄHE kommt ......................
Vielleicht hilft Dir diese Seite weiter . . .

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majo
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Mi 8. Jul 2015, 08:52

mein Statement dazu ist folgendes.

Die Erde muss grundsätzlich immer die gleichen Funktionen erfüllen:
sie sollte Nährstoffe puffern können
sie muss Sauerstoff halten können
sie muss gut Wasser durchlässig sein
sie sollte Wasser minimal speichern können
sie muss grundsätzlich (in der Wachstumsphase) 1x am Tag abtrocknen können
Sie sollte keine Giftstoffe oder hohe Salzkonzentrationen enthalten
Sie sollte vom PH-Wert nicht extrem sauer oder basisch sein ( bzw. dem Pflanzentyp angepasst sein )

Es ist egal welche Substrate oder Mischungsverhältnissen du verwendest, wenn sie die Kriterien erfüllt , ist die Welt in Ordnung.
Es ist absolut kein Hexenwerk und hat auch mit Geheimniskrämerei nichts zu tun.

Ich selber verwende 2-3 Mischungen die dem Pflanzentyp aber auch der Schalengröße angepasst sind. Die Komponenten sind alle schon genannt worden.
Ich unterscheide nur in :
strukturstabile Substrate mit und ohne Speicherwirkung (Lava,Split,Tongranulate, Kiryu, feiner Kies , Fibrotherm )
nicht strukturstabile Substrate ( Akadama, Bims, Kanuma ) ,
reine Puffer/Speicher -Substrate ( Kokosfaser,Torf )

Grundsätzlich gilt.
Je größer die Schale, desto grober das Substrat
ältere Bäume und Bäume die nicht mehr so stark zulegen sollen, eher in mittleres bis feines Substrat
Nadelbäume eher grob und mit weniger Speicher
Laubbäume eher mittel mit mehr Speicher
Kleine Schalen eher feines bis mittleres Substrat mit etwas erhöhtem Speicher

Zählt man sich zu den umtopffaulen Menschen, sollte der Strukturstabile Anteil etwas höher sein ( Akadama z.B. zerfällt manchmal schon nach einem strengen frostigen Winter )
Topft man alle 1-2 Jahre um, kann man das vernachlässigen.
Nach 4-5 Jahren ist Akadama jedoch wie Staub und verwandelt die Erde in eine Art Betonklumpen

Und jetzt auch WICHTIG:
Gießen und Düngen ist pauschal nicht zu beantworten
das hängt von der Erde ab und richtet sich nach dem Pflanzenzustand oder sogar nach dem Entwicklungsstand.
Man kann das Gießen der Erde, oder die Erde dem Gießen anpassen.....beides geht, und verfolgt immer nur die eine Regel. Der Wurzelballen muss mindestens 1x am Tag abtrocknen können ( aber nicht kompl. austrocknen )
Es gilt auch:
will ich viel Zuwachs (Aufbauphase), dann viel Gießen bei grobem Substrat mit geringem Puffer plus viel Düngen ( mineralisch u. organisch)
Will ich den Wuchs bändigen (Erhaltungs-Verfeinerungsphase) , dann normal gießen mit mittlerem Substrat etwas mehr Puffer mit leicht reduziertem Düngen (meist organisch)

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

Lempira
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Mi 8. Jul 2015, 18:47

Hallo, Majo!

Ein überaus informativer und "pflegekluger" Beitrag von dir. :twothumbsup:


Grüße, Dirk

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Rainer
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Mi 8. Jul 2015, 20:02

Ich siebe mein Substrat, dann habe ich
feinen Staub
1-1,5 mm
3-4 mm
5-8 mm
über 8 mm

Den Staub kann man mit Keto gut vermengen und für Beisteller oder Felsenpflanzungen verwenden.
1-1,5 nehme ich nicht mehr für Bonsai her, das wandert in die Beisteller Töpfe. Hostas ...

Der Rest ist für meine Zwecke bonsaitauglich.

Mit BonCoco habe ich schlechte Erfahrungen gesammelt. Vielleicht habe ich zu viel verwendet.
Das Zeug war zu nass. Jetzt bei 40 Grad wäre es garantiert ideal gewesen.

Das ist nur bei mir so, kann wo anders ganz anders sein.

Ciao

Rainer
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So 12. Jul 2015, 10:21

Rainer das mit der Kokosfaser stimmt schon, das hält irre gut und lange da Wasser.
Daher sparsam damit umgehen, dann ist es super - nicht nur an heissenTagen.

Ich mische es gerne für Beisteller unter, sowie für besonders wasserhungrige Bäume wie Ahorn, Buchen, Eichen.
Nimmt man dazu recht grobes Substrat, kann trotzdem gut abgetrocknet werden und, der Baum verzeiht auch mal nen Tag bei 40 Grad wo nur 1x gegossen werden kann (weil man im Geschäft ist), weil der Ballen innen feucht (nicht nass) bleibt durch die Kokosfaser.
Viele Grüße,
    Moya

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Crataegus
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Sa 16. Apr 2016, 15:44

Hallo an alle interessierten
Inspiriert durch Walter Pall's, wie ich meine, hervorragenden Bericht über das moderne Substrat :sign danke: habe ich in diesem Frühling erstmalig einen Test vollzogen.
Ich habe 2 Rotdorn, eine Hainbuche und 2 Birken in folgende Substratmischung umgepflanzt, nachdem ich die alte Erde fast vollständig ausgespült habe:
4 Teile Seramis, 2 Teile Fibotherm, 2 Teile Bimskies, 2 Teile Zeolith und 3 Teile Kokoserde
Dies ist jetzt 1,5 Wochen her und der Austrieb ist sehr gut jetzt im Anfang.
Ich hoffe das diese Mischung zufriedenstellend ist. Wir müssen das weitere Wachstum abwarten.
Und ich erlaube mir hier weiter zu berichten. :smile:
Vielleicht hat jemand von Euch hier ähnliche Erfahrungen gemacht?
Würde mich sehr interessieren, besonders was Erfahrung mit Seramis betrifft.
Freue mich auf Antworten oder Kritiken.

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Carmen_G
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Mo 18. Apr 2016, 10:46

Hi Crataegus,

deine Mischung klingt auf alle Fälle schön durchlässig.
Zwischen Seramis und Fibotherm ist ja kein großer Unterschied.
Wenn du Seramis in ganzen Kugeln hast nur der, daß es leichter aufschwimmt und Wasser wegen der glatteren Aussenoberfläche nicht so schnell nach innen eindringt.

Ich benutze eine ;ischung ähnlich der deinen nur ohne Seramis und bin sehr zufrieden damit. Je nach Baumart kommt bei mir etwas mehr oder weniger organischer Anteil mit rein und der ist nicht unbedingt Kokoserde, hat aber die gleichen Eigenschaften.

Weiter viel Erfolg und zukünftige Berichte sind immer gerne gesehen. :)
Liebe Grüße
Carmen

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Crataegus
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Mo 18. Apr 2016, 12:16

Hallo Carmen :smile:
Danke für deine Antwort
Ich habe Seramis als Zuschlagsstoff gewählt, weil es laut verschiedenen Berichten und Tests eine sehr hohe Wasserspeicherung haben soll. (Ob es stimmt wird sich im Laufe der Zeit noch herausstellen. Ich werde es beobachten.)
Das gleiche gilt für Zeolith und Kokoserde.
Wogegen dieses bei Fibotherm und Bims angeblich nicht so gegeben ist.
Wie sind hier deine Erfahrungen?
Ggf. muss ich hier und da noch etwas verändern. :yes:
Was genau verwendest du anstelle von Kokoserde?
Liebe Grüße

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Moya
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Mo 18. Apr 2016, 22:38

Zu viel Wasser speichern ist definitiv ungesund.
Darum verwende ich Kokos nur extremst sparsam und auch nur bei besonders wasserhungrigen (Laub)Bäumen - bei Kiefern und Wacholder aber gar nicht.

Alle anderen haben meine bewährte Standardmischung Akadama:Bims:Maxit:Lava mit veränderlichen Anteilen an Akadama oder wo nötig Kiryu anstatt Lava.
Azaleen und co. stehen in 100% Kanuma.

Seramis kommt mir gar nicht in die Schale, das ist noch schlimmer als Kokos, bleibt viel zu lange viel zu nass.
Viele Grüße,
    Moya

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Carmen_G
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Do 28. Apr 2016, 08:36

Meine Mischungen bestehen aus Bims, Lava, Zeolith und als organische Bestandteile Frusdorfer und Erde aus eigenem Kompost.
Das ganze je nach Baumart in verschiedenen Anteilen.
Manchmal verwende ich noch Restbeständ Akadama mit.

Was sauren Boden braucht bekommt anstatt Humus und Akadama Kanuma dazu.
Liebe Grüße
Carmen

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Crataegus
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Mo 25. Jul 2016, 08:40

Bericht über meine erste Erfahrung mit dem modernen Substrat
Wie bereits von mir im Frühjahr hier beschrieben, habe ich 2 Birken, 2 Rotdorne und ein Weissdorn ins neue Substrat gepflanzt.
Die alte Erde habe ich nach Wurzelschnitt komplett mit Wasser ausgespült.
Meine Substratmischung besteht aus:
4 Teile Seramis Outdoorgranulat
2 Teile Fibotherm
2 Teile Zeolith
2 Teile Bimskies
gemessen an 1000 ml = 1 Liter Substrat
Zusätzlich 3 Teile Kokoserde pro Liter Substrat
Weil Seramis sehr gut Wasser speichert aber optisch nicht so schön ist, habe ich als Deckschicht ca. 1 cm Lavagranulat verwendet.
Gedüngt habe ich bisher mit den von Walter Pall empfohlenen Düngern AUXIM und MYR MICRO PLUS.
Weiterhin mit normalem flüssigen Billigdünger unter Zusatz von Bio Essentials sowie Oscorna Anomalin.
Zusätzlich verwende ich folgende Pflanzenhilfstoffe wie:
Algan, Ackerschachtelhalm, Brennesselbrühe, Siapton, Orus.
Das Wachstum meiner Bonsai ist enorm. Man kann sagen das sie aus allen auch schlafenden Augen laufend austreiben und nur durch dauernden Rückschnitt in Schach gehalten werden können.
Also man kann sagen ich bin rundum zufrieden bzw. begeistert.
Mein besondere Dank an Walter Pall für seinen ganz tollen Bericht über das moderne Substrat.
Nur ist jetzt abzuwarten, ob die Bonsai auch den Winter im modernen Substrat überstehen, da sie auf dem Balkon überwintern müssen. Bisher ging das ohne Probleme bis Minus 10 Grad.
Hat hier auch jemand Erfahrung mit der Überwinterung im modernen Substrat ?
Im nächsten Jahr werde ich wahrscheinlich in der Substratmischung die Kokoserde weglassen?? um die Belüftung der Wurzeln noch zu steigern.??
Danke für euer Interesse. Ich freue mich über eure Kommentare

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Crataegus
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Mo 25. Jul 2016, 12:15

Hinzufügen möchte ich noch, dass ich auch an den sonnigen Tagen in diesem Jahr fast nur mit einmal Wässern am späten Nachmittag hingekommen bin. Nur wenn es über 28 Grad war musste ich ein zweites Mal gießen.
Denke es lag an der Wasserspeicherkraft von Seramis?

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Crataegus
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Mo 25. Jul 2016, 12:32

Hallo Walter Pall.
Ich denke dass das moderne Substrat auch bei Bodenschädlingen nützlich ist.
So habe ich im vorigen Jahr 3 Bonsai durch die Larven der Wiesenschnake (Tipula paludosa) verloren.
Diese Insekten haben ihre Eier in meine Bonsaischalen verfrachtet. Die gefräßigen Larven haben sich munter von den Wurzeln der Bonsai ernährt und sie somit zum Tode geweiht.
Ich habe des Nachts mit der Taschenlampe diese Larven teilweise abgesammelt.
Auch das Mittel "Nemarstar" das ich im Herbst angewendet habe hat hier nichts geholfen.
Ich habe dann zum im Frühjahr die Schalen 24 Stunden bis über den Rand in Wasser gestellt.
Dann sind diese Viecher aus dem Boden gekommen, sodass ich ziemlich viele absammeln konnte.
Aber leider wars dann zu spät.
Aber ich denke dass durch das moderne Substrat die Ablage der Eier verhindert wird.
Wollen mal sehen.
Hat jemand vielleicht hiermit Erfahrung ?

Kallemann
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So 23. Okt 2016, 14:04

Hallo zusammen,
User in unserem Koi-Forum haben von guten Erfahrungen vom Düngen mit Kaffeesatz geschrieben.
Hat hier jemand Erfahrung damit?
Gruß Karl
Schau in die Sonne, dann siehst du deinen Schatten nicht

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Hanno
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So 23. Okt 2016, 20:10

Kaffeesatz haben meine Mutter und meine Oma immer in ihre Geranientöpfe gegeben -
sie waren begeistert über ihre Erfolge.

Ich habe daher vor längerer Zeit auch mal damit experimentiert:
Beim Auflegen einer dicken Schicht Kaffeesatz entwickelte sich innerhalb weniger Tage Schimmel, weshalb ich den Versuch schnellstens aufgegeben hatte.
Die Verwendung von getrocknetem Satz, dünn aufgestreut, hatte weder positive noch negative Auswirkungen.
Mein(!) Fazit: lohnt sich nicht wirklich.
Aber ich weiss jetzt auch nicht, ob ein Pflanzenbewusstsein Placebo-Effekte zeigen kann ;)
Denn Glaube versetzt bekanntlich Berge . . .

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