Totholz Konservierung

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Walter Pall
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Di 9. Feb 2010, 15:09

zuerst Biotreecleaner und dann Holzhärter. nicht umgekehrt.

Biotreecleaner ist ein Mittel um Bonsai gründlich zu reinigen, ohne dass die Borke beschädigt wird. Grünbelag durch Algen und Moos wird zuverlässig völlig entfernt. Schmutz wird durch die Säure verbrannt. So kommt bei vielen Borken eine frische Farbe heraus. Die eigentliche Rindenfarbe kommt unter dem Schmutz heraus. So werden Lärchen, Fichten, Kiefern bräunlich statt vorher schmutzig grauschwarz. Wenn die 'neue' Farbe nicht gefällt, einfach einige Wochen bis Monate zuwarten. Die alte Farbe stellt sich dann ganz von selber wieder ein. Biotreecleaner sterilisiert weitgehend die Baumoberfläche. Bakterien, Pilze, Insekten usw. werden stark beeinträchtigt. Biotreecleaner bleicht Totholz und Rinde. Zusätzlich zur Grünbelagentfernung im ganzen Baum erfüllt er also auch die Funktionen von Jinmittel. Das Totholz wirkt aber nicht wie angemalt, sondern sauber mit natürlicher Holzfarbe und -struktur. Einige Gestalter verwenden deshalb Biotreecleaner anstatt Jinmittel. Biotreecleaner hält einige Monate vor. Es wird während einer Vegetationsperiode zwei- bis dreimal angewendet.Herkömmliche Grünbelagentferner, die im Gartenhandel angeboten werden, sind regelmäßig für lebende Pflanzen nicht geeignet. Das 'Bio' in Biotreecleaner steht für die problemlose Anwendung auf Bonsai von den Oberflächenwurzeln bis in die feine Verzweigung, ohne dass das für den Baum schädlich ist. Biotreecleaner wurde an einigen hundert Bonsai über ein Jahr getestet. Dabei waren sehr viele hochklassige Bäume bis Weltklasse. In allen Fällen hat das Mittel gewirkt und keine dauerhaften Schäden bewirkt.
Auftragen von Biotreecleaner:
Es ist möglich, Biotreecleaner auf einen trockenen Baum aufzutragen. Besser ist es, den Baum durch Besprühen mit normalem Leitungswasser vorzubereiten. Den feuchten Baum dann mit einem normalen Malerpinsel großzügig bestreichen. Man kann natürlich ganz gezielt Totholz oder die Stellen, die deutlich sichtbar grün oder schmutzig sind, einpinseln. In der Praxis ist es meistens besser, den gesamten Baum von den Oberflächenwurzeln bis in die Zweigspitzen einzupinseln. Bei Außentemperaturen um 25°C oder wärmer wirkt Biotreecleaner sehr rasch. Die Wirkung hält aber auch nach mehreren Stunden und Tagen weiterhin an. Bei niederen Temperaturen kann die Wirkung 1 Tag bis mehrere Tage dauern. Die endgültige Reinigung stellt sich oft erst nach mehreren Wochen ein, ist dann aber verblüffend. Der Baum sollte nach dem Einpinseln nicht sofort durch Regen oder Gießen nass werden. Ansonsten rinnt das Mittel auf die Erdoberfläche. Das ist nicht schädlich, jedoch ist das Moos dann sicher braun. Wer auf Nummer sicher gehen will, der bedeckt die Oberfläche mit Tuch oder Papier. Wenn Biotreecleaner einmal auf der Baumoberfläche eingetrocknet ist, dann kann der Baum auch wieder nass werden. Gießen mit Leitungswasser oder Regenwasser nach einem Tag ist also völlig in Ordnung. Die Schalenoberfläche kann ev. auch gereinigt werden, falls mit Grünbelag versehen. Allerdings kann in seltenen Fällen bei höherer Konzentration die Glasur dauerhaft farblich verändert werden. Die Wirkung abwarten und nach einigen Tagen ev, noch einmal aufpinseln auf Stellen, die hartnäckig etwas grün oder schmutzig bleiben. Natürlich sollte man vermeiden, durch mehrmaliges Auftragen in kurzen Abständen eine zu hohe Konzentration zu erreichen. Aufsprühen im laublosen Zustand mit geringer Konzentration ist durchaus möglich und sinnvoll. Bei Besprühen im Feld mit niederer Konzentration ist kein Bodenschutz notwendig. Die Säure wird rasch durch die Erde neutralisiert.
Sicherheitshinweise:
Es handelt sich bei Biotreecleaner um eine Säure. Sie ist ev. für den Menschen gesundheitsschädlich. Berührungen mit der Haut weitgehend vermeiden. Nicht in offenen Wunden oder gar Augen und Schleimhäute. Verschlucken unbedingt vermeiden. Falls es trotzdem auf die Haut kommt, mit normalem Leitungswasser abspülen. Falls es jemals in die Augen kommt, den Kopf unter Wasser tauchen, die Augen weit aufmachen. Vor Kindern unzugänglich aufbewahren. Bei Auftragen mit Pinsel möglichst Handschuh und Schutzbrille verwenden. Bei Aufsprühen unbedingt Mund- Augen- und Hautschutz verwenden. Für Algen, Moose und andere niedere Pflanzen ist Biotreecleaner tödlich, auch bei geringer Dosierung. Für höhere Pflanzen, auf Rinde oder Borke aufgetragen unschädlich, auf Totholz aufgetragen unschädlich, auch in höherer Konzentration, auf Äste mit grüner Rinde ev. schädlich, aber meistens harmlos, auf Nadeln von Koniferen meist unschädlich, auf Blättern von Laubbäumen ev. leichte Verbrennungen und Verfärbungen möglich, jedoch ohne Dauerschaden. In höheren Konzentration für manche Glasuren von Schalen ev. bedenklich. Es können dauerhafte Verfärbungen entstehen. Wenn Biotreecleaner auf die Schale kommt, dann rasch mit normalem Leitungswasser abwaschen. Kleidungsstücke, auf die Biotreecleaner gelangt, können dauerhaft gebleichte Stellen aufweisen. Biotreecleaner sollte mit Zugaben von normalem Wasser verdünnt werden. In hohen Konzentrationen kann er gefährlich werden. Jeder ist für die sichere Anwendung und Aufbewahrung selbst verantwortlich. Für Missbrauch kann natürlich keine Haftung übernommen werden.

Der Holzhärter besteht aus Aceton, in dem Plastik gelöst ist. Er wird auf das trockene Holz mit einem normalem Malerpinsel aufgetragen. Das Aceton wird eingesaugt und füllt die trockenen, leeren Holzzellen. Dann verdunstet das Aceton und das Plastik bleibt in den Zellen. Das macht man ev. dann noch ein bis zweimal. Dann ist das Holz plastifizert. Es bleibt auch so, wird kaum mehr von Pilzen und Bakterien angegriffen und der Zerfall ist aufgehalten. Das macht man dann jedes Jahr wieder nach Bedarf. So kann man den Verfall des Holzes dauerhaft aufhalten. Ganz weiches, faulendes und zerbröckelndes Holz, wie es Laubbäume und auch einige Kiefern haben, kann durchaus auch behandelt werden. Meistens kann man wenigstens einen Teil stabilisieren.
Der Holzhärter ist natürlich nicht ungefährlich. Beim Auftragen sollte Schutz an Händen und im Gesicht getragen werden, einatmen ist gefährlich. Offene Flamme und Holzhärter kann ein explosives Gemisch ergeben. Man muss auch vermeiden, lebende Teile beim Bemalen zu berühren. In der Praxis wurden jedoch bereits öfter angrenzend lebend Borkenteile mit Holzhärter angemalt, ohne dass sich irgendwelche Schäden am Baum zeigten. Es ist besser, die Erdoberfläche vor Tropfen zu schützen. Die Schalenobefläche muss geschützt werden, weil sich die Tropfen dann wie klares durchsichtiges Plastik festlegen. Sie können allerdings mit Nagellackentferner oder 99% Alkohol problemlos abgewaschen werden. Die Behandlung mit Holzhärter ist nicht sichtbar, die Oberflächen erscheinen in mattem Seidenglanz, der nicht künstlich aussieht. Es empfiehlt sich, vor dem Aufbringen des Holzhärters das Totholz zu reinigen. Biotreecleaner ist dafür hervorragend geeignet. Nach dem Auftragen von Holzhärter kann durchaus noch mit Jinmittel oder anderen Bleichmitteln erfolgreich gearbeitet werden. Es ist nicht günstig, künstliches totes Holz gleich nach der Erstellung zu 'konservieren'. Man will ja erst einmal genau das Gegenteil, nämlich, dass ein Verfallprozess eingeleitet wird. Man behandelt frisches Totholz also erst einmal einige Jahre überhaupt nicht, bloß mit Reiniger. Erst wenn eine schöne Patina erreicht ist, wird mit Holzhärter behandelt.

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struppi
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Di 9. Feb 2010, 15:33

Danke walter

das nenn ich einen perfekten service
Liebi Grüessli
René De Boni Bonsaigestalter

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Alexander Kuck
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Di 9. Feb 2010, 15:40

Hi Ulf,
Ich hab mal im Internet gesucht und einen BonsaiShop aus Heidelberg gefunden, der Holzhärter bei ebay anbietet!
Da ich hier keine Werbung machen will, schick ich dir per PN die Seite.
Jeder der die Seite auch möchte bei mir melden!

Grüße Alex
Die meisten Arten der ästhetischen Erfahrungen sind ohne sinnliche Wahrnehmung gar nicht möglich.

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Joerg
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Di 9. Feb 2010, 15:49

Ulf,

du kannst auch einfach Silikat (Kieselsäure) nehmen. Damit werden verrottete Holzbalken in der Denkmalspflege sogar wieder bis zur Belastungsfähigkeit behandelt. Das Holz wird steinhart, und ist dazu noch wasserabweisend. Ist im Grunde geanau das was bei versteinerten Hölzern in der Natur passiert.

Leider bekommst du das nur im malerfachhandel. Sprich mal einen Malermeister in deiner Umgebung an. Der zapft die für 2 Bier sicher gerne einen halben Liter davon.
Tschüss Jörg

Ehrlich währt am längsten Authentic-Bonsai.

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Hanno
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Di 9. Feb 2010, 22:57

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, Walter!

Darf ich den Artikel für unser "Wissenswertes" übernehmen?
Mit Nennung Deines Namens als Autor natürlich . . .
Gruss
Hanno

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Walter Pall
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Di 9. Feb 2010, 23:17

Passt schon.

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Joerg
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Di 9. Feb 2010, 23:38

ulf hat geschrieben:
Joerg, du meinst doch bestimmt Wasserglas oder?
Genau
Tschüss Jörg

Ehrlich währt am längsten Authentic-Bonsai.

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Walter Pall
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Mi 10. Feb 2010, 09:05

Mit Kieselsäure habe ich noch nie gearbeitet. Muss ich auch  nicht, der Holzhärter ist hervorragend. Durch das Plastik hat er eine gewisse Elastizität und ist nicht spröde. Es könnte tatsächlich sein, dass das Holz mit der  Kieselsäure leicht bricht. Wie auch immer, ich denke, am Preis sollte man da nichts fest machen. Ein Liter meines Holzhärters kostet 22 Euro. Man kann damit etwa 50 Bäume bearbeiten, also weniger als 50 Cent pro Baum. Man kann da wohl noch 10 Cent sparen, aber was soll das? Der Holzhärter, von dem ich spreche, ist an hunderten Bäume getestet worden, mit besten Erfahrungen.
Ebenso der Biotreecleaner. Es gibt Grünbelagentferner, die bloss zwei Drittel kosten. Man braucht Biotreecleaner für 30 Cent pro mittelgrossem Baum. Man kann also 10 Cent sparen. Toll! Aber wer weiss wie das dann genau wirkt?

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uvex
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Mi 10. Feb 2010, 09:25

Joerg hat geschrieben:
du kannst auch einfach Silikat (Kieselsäure) nehmen.
...
Leider bekommst du das nur im malerfachhandel. ...
Unter dem Namen 'Pilz-Frei' bekommst Du Kali-Wasserglas auch im Bonsaifachhandel. Dort wird es als Winterspritzung gegen Insekten und Pilzbefall angeboten. Das Konzentrat dieses Produkts sollte gut geeignet sein! Werd ich demnächst mal ausprobieren.

Ich schätze, wenn man das Pilz-Frei- Konzentrat auf das Totholz aufträgt, verkieselt nur die Oberfläche. Dadurch wird das Holz nicht besonders spröde. Vermutlich ist der Effekt ähnlich wie beim Aceton.

VG!
Das Geheimnis der Natur liegt in der Zeit,
das von Bonsai in der Geduld.

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Josef Knieke
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Mi 10. Feb 2010, 09:30

Hallo ihr Lieben

in einer älteren Clubzeitschrift habe ich etwas über eine Grundierung, die im Bootsbau verwendet wird gelesen. Es handelt sich dabei um G4 von der Firma V.......ie!

Soll das Totholz konservieren, streich- und schleiffähig machen. - Hab's allerdings nie ausprobiert.

Vielleicht hat einer von euch Erfahrungen damit.


Gruß

Josef

KDW
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Mi 10. Feb 2010, 10:16

Dieses eben beschriebene G4 wurde von mir schon vor Jahren an einem meiner uralten Olivenstämmen ausprobiert. Stimmt, das Holz wurde hart  -  es bekam aber einen hellbraunen Farbton. Und das hat mir weniger gefallen.
K.D. Willberg

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Joerg
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Mi 10. Feb 2010, 11:20

Hallo,

also auch wenn das Wort "Wasserglas" einem assoziieren möchte, dass es brüchig, eben wie Glas wird, kann gerade das auf jeden Fall ausgeschlossen werden.
Ohne nun genaue Untersuchungen im Einzelnen zu haben kann aber gerade das genau nicht möglich sein, da Silikatfarben zu den besten Anstrichen für Fassaden zählen, vor allem in der Denkmalspflege. Würde da bei alten weichen historischen Putzen eine derartige glasartige Oberfläche entstehen wäre es unbrauchbar, da die Oberflächenspannung ein Abplatzen zur Folge hätte.

Statdessen wird die Einlasstiefe, welche weit höher ist als bei allen Acrylaten und Silikonen, und die Belastbarkeit/Strapazierfähigkeit der oberflächen geschätzt.

Also diese Bedenken können definitiv ausgeschlossen werden.

Vielleicht macht sich ja mal jemand die Mühe, Versuchsreihen zu erstellen.
Tschüss Jörg

Ehrlich währt am längsten Authentic-Bonsai.

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Alexander Kuck
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Do 11. Feb 2010, 21:01

Bitte Ulf!

Bin gerne behilflich!

Alex
Die meisten Arten der ästhetischen Erfahrungen sind ohne sinnliche Wahrnehmung gar nicht möglich.

IngoS.

Fr 10. Sep 2010, 11:55

Hallo Bonsaifreunde

Ich benutze Hardwachsöl für alle Holzarten.
Professioneller Anstrich mit besonderer Oberflächenhärte.

Dieses Hardwachsöl wir auch im Schiffsbau verwendet.
Man kann es sogar dazu benutzen um unglasierte Keramik,Terrakotta und Fliesen zu konservieren.

Das Hardwachsöl ist Holzgerecht offenporig,reißt nicht,blättert nicht ab,schuppt nicht ab.
Es ist schmutzunempfindlich,trittfest und übertifft sogar die Verschleißfestigkeit herkömmlicher Lackversiegelung.

Das Hardwachsöl ist wiederstandsfähig gegen Wein,Bier Cola,Kaffee,Tee,Obstsaft,Milch und Wasser.
Das Öl ist unbedenklich für Mensch,Tier und Pflanze.
Man könnte sogar Kinderspielzeug damit streichen.

Einfache Anwendung,nur zwei Anstriche,keine Grundierung,kein Zwischenschliff.
nur säubern und überstreichen.

Inhaltstoffe,
Basis natürliche Pflanzliche Öle und Wachse.
-Sonnenblumenöl,
-Sojaöl,
-Distelöl,
-Carnauba,
-Candelillawachs,
-Paraffine,
-Bleifreie Sikkative und Wasserabweisende Additive.

Nach acht Stunden,im Freien weniger, ist das Öl trocken.

Das Hardwachsöl kostet im Handel ,2,5,Liter, 60 Euro.

Die Ergiebigkeit ist sehr hoch,2,5 Liter reichen für 30 Quadratmeter.

mfg.Ingo :samurai: :yinyang:

Brigitte Niehus
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Di 14. Sep 2010, 12:41

Hallo Bonsailiebhaber,

kann man die beschriebenen "Wundermittel" auch im unteren Stammbereich als Wundverschluss benutzen? Hab einen Ahorn mit einer großen Wunde, die mir Sorgen macht.

LIebe Grüße aus dem hohen Norden

Brigitte
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marcom
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Di 14. Sep 2010, 15:37

Hallo Brigitte,
der beste Wundverschluß für deinen Ahorn ist es ihn einfach kräftig durchtreiben zu lassen sonst nichts. Der Baum hat einen "Rundherumkallus" gebildet, bei einer so stammnahen Wunde eigentlich der Optimalfall.

Ingo, Hartwachsöle dringen nur wenige mm ins Holz ein, darum ja auch die hohe Ergiebigkeit. Bereits morsches Holz läßt sich damit nicht dauerhaft vor dem Verfall schützen und bei größeren Totholzflächen verhindert es das Wiederaustrocknen des Holzes, was dazu führt, dass die Partien von innen her ausfaulen.

Grüße,
Marco

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DE.DA.
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Mi 22. Sep 2010, 22:36

Hab heute den Holzhärter, den ich bei eba...bestellt habe, erhalten.
Interessanterweise ist der kein anderes Produkt, wie der berühmte Holzhärter von...
Wer also nur die Möglichkeit hat, übers Internet zu bestellen, dem kann ich 2 Händler nenn, die den Holzhärter auch versenden.
Einfach eine priv.Nachricht an mich.
MfG daniel

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GerhardVo.
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Do 23. Sep 2010, 07:32

Sorry Leute

aber Holzhärter an lebenden Bäumen ist doch UNSINN, egal was ander sagen oder Geld damit verdienen, denn..........
                                    wenn der Baum aussen gehärtet wurde , fault er innen um so mehr......

und das sieht man erst, wenns zu spät ist.
Aber wenns Euch Spass macht und ihr das Geld zum Fenster raus werft, nur zu :twothumbsup:

Gruß
Gerhard

Holzhärter ist für Holz gedacht, das trocken steht und nicht der Witterung ausgesetzt ist, denkt mal drüber nach ;D
Das wahre Geheimnis des Erfolges ist die Begeisterung
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http://gerhardsshohinbonsai.blogspot.com/

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Hanno
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Do 23. Sep 2010, 08:08

GerhardVo. hat geschrieben:Holzhärter an lebenden Bäumen
. . . auch nicht für die toten Bereiche wie Jin oder Shari, Gerhard?

IngoS.

Do 23. Sep 2010, 09:00

GerhardVo. hat geschrieben: Sorry Leute

aber Holzhärter an lebenden Bäumen ist doch UNSINN, egal was ander sagen oder Geld damit verdienen, denn..........
                                     wenn der Baum aussen gehärtet wurde , fault er innen um so mehr......

und das sieht man erst, wenns zu spät ist.
Aber wenns Euch Spass macht und ihr das Geld zum Fenster raus werft, nur zu :twothumbsup:

Gruß
Gerhard

Holzhärter ist für Holz gedacht, das trocken steht und nicht der Witterung ausgesetzt ist, denkt mal drüber nach ;D
Gerhard ,mein Freund und Helfer,
Du hast meinen bericht nicht richtig gelesen.
Das Zeug das ich benutze ist auch für aussen gedacht.


Liebe grüße,Ingo

Jupp

Do 23. Sep 2010, 10:00

Holzhärter und den Cleaner von Walter kann man bedenkenlos nach Gebrauchsanweisung benutzen. Die Stämme/Äste werden sauber und totes Holz mit Härter behandelt ist dicht und verfault nicht weiter. Der aufgebrachte Härter ist unsichtbar und das Wasser perlt ab wie bei Kunststoff. Hat sich über einer Totholzpartie Wundkalus gebildet ist auch da kein hinterfaulen mehr möglich. Da der Holzhärter erst angewendet wird, wenn das Holz schon einen gewissen Verwitterungsgrad erreicht hat, sollte über frische Stellen schon eine Kallusbildung vorhanden sein. Dies gilt für Jin und Shari. Es findet danach keine weitere Verwitterung an den behandelten Stellen statt. Es sollte also auch kein Holzhärter angewendet werden, wenn noch Spuren vom Schleifen oder Fräsen zu sehen sind.
Damit sollte aber jeder seine eigene Erfahrung machen. Ich für mich habe keine Hemmungen mehr den Cleaner und den Härter einzusetzen, gibt es doch bis jetzt nichts besseres auf dem Markt.

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GerhardVo.
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Do 23. Sep 2010, 14:49

Ingo
du irrst, ich hab gelesen und ich versteh auch, was du willst, ch bin nur der Meinung, dass das Ganze Unsinn ist, auch..........

........wenn Jupp es jetzt wieder anders sieht, macht ruhig, ihr werdet es schon noch merken :bcderstaunt:

G.
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majo
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Do 23. Sep 2010, 15:42

hi zusammen,

meine Meinung dazu ist, daß die "Wahrheit" wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegt .
Bonsai gab es schon, als man an aufgelösten Kunststoff noch nicht einmal dachte.
Die besten Jin und Shari entstehen zweifels ohne in der Natur, ganz ohne künstliche Zusatzstoffe.
Halt in sehr sehr langen Zeiträumen und auch gnadenlos ( wenn hin ist, ist`s hin )

Bei Bonsai ist das halt etwas anders. Kaum ein Besitzer will 50 oder 100Jahre warten bis ein Jin oder Shari natürlich entstanden ist.
Also wird "gezaubert" mit Fräse, Stechbeitel und Bürsten, und was es da alles noch gibt.
Auch will man das so entstandene Shari möglichst schnell und effizient schützen und konservieren. Da fängt es nun an. Das Holz verrottet halt, und beginnt sich zu zersetzen. Und das würde die ganze schöne Arbeit zunichte machen.
Die Oberfläche ist halt in der kurzen Entstehungszeit noch sehr weich, und nicht so steinhart wie altes verwittertes, in extremer Umgebung ( Sonne/Kälte/Wasser ) entstandenes Tod-Holz. Dieses in der Natur entstandene Holz hat praktisch einen natürlichen Härteprozess durchlaufen. Dauert aber leider viele Jahre.

Da kommt jetzt die Chemie in`s Spiel. Die hilft doch fast immer.

Wichtig ist wahrscheinlich nur, daß man sich an gewisse "Spielregeln" hält.
Einfach nur draufpinseln und glauben das war`s.....das funktioniert nicht, das ist nur Gewissensberuhigung und kann schnell in die Hose gehen.
Ich kann mir schon vorstellen, daß ein mit Kunststoff plastiniertes Holz sich nicht mehr weiter zersetzt (oder nur noch sehr sehr langsam) Aber wenn es darunter fault, kann es den schlechten, ungewollten Effekt tatsächlich noch unterstützen, da der so abgeschottete Bereich nicht mehr richtig abtrocknen geschweige denn atmen kann. Also fault es noch schneller im Untergrund.

Wenn man mit den "Mittelchen" arbeitet sollte man also sicher sein, daß sich kein feuchtes Faul-Nest unter dem zu plastinierenden Bereich befindet. Das zu erkennen ist aber auch nicht  einfach.
Bei sehr dünnen, wichtigen Jin, kann man damit glaube ich nicht viel falsch machen.  In der Natur wären das alles Jin auf Zeit ( wie gesagt: wenn`s hin ist, ist`s hin )
Die Natur ist da gnadenlos ( aber wir natürlich nicht, wir wollen alles erhalten )

Welcher der Wege nun am besten funktioniert.....hmmm .....ich vermag es nicht zu sagen.
Aber ich arbeite dran es herauszufinden.

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

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Gerd Grosser
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Sa 28. Jul 2012, 16:44

Hallo zusammen,

da ich etliche Zeit hier nicht mehr im Forum war (gelobe Besserung) viel mir dieser interessante Thread auf den ich mal wieder hochhole.

Habe nur eine Frage dazu. Wo bekomme ich definitiv den Biotreecleaner und den Holzhärter den Walter verwendet.

Gerne auch per PN wenn keine öffentliche Werbung gewünscht ist.

Danke.

Grüße

Gerd

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Reiner K
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Sa 28. Jul 2012, 22:37

Hallo Gerd,..............................................................................

LG Reiner
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann................................
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

www.Nord-Bonsai.de

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