Folientunnel selbst gebaut

Japanisches, Präsentationen, Beistellpflanzen, Suiseki..
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HeinrichIII
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So 13. Nov 2016, 20:00

Hallo,
endlich habe ich im Gegensatz zu meiner sonstigen Methode (Freilandbonsai, ohne weiteren Schutz auf meiner Terrasse nur an die Seite auf den Boden gestellt) eine bessere Lösung gebaut.
Nach der vergeblichen Suche nach einem geeigneten Folientunnel habe ich mich kurz für einen Selbstbau entschieden, den ich so gestalten konnte, wie ich es brauche.
Als erstes habe ich eine Lieferanten von Glasfiberstäben gesucht. Die Fa. "Carbon-Team-..." bietet alle möglichen Größen an. Ich habe mich für 2-m-Stäbe mit einem Durchmesser von 6 mm für das Stück 3,69 € entschieden. Daraus resultierte eine Rahmengröße von ca. 3x1,2 m. Am nächsten Tag habe ich im Baumarkt 2x 4-m-Kanthölzer 40x60 und für den First 48x24, dazu 2m breite Noppenfolie (5 m für 30,- €) und eine Sonnenschutzfolie 1,6x5,0 m gekauft. Zwei Tage nach der Bestellung kamen bereits die Glasfiberstäbe. Also nichts wie ran, es war draußen tierisch kalt. Kanthölzer zurecht geschnitten, so dass aus den 4-m-Längen 2,8- und 1,2 m Längen entstanden sind; das passt für die 2-m-Stab-Bügeldimension. Für 10 Stäbe wurden im Abstand von ca. 30,5 cm leicht schräge 7-mm-Löcher in die Kanthölzer gebohrt, so dass die 6-mm-Stäbe bequem reinpassen.
P1030814.JPG
In die Firstlatte wurden dicht an einer Kante im selben Abstand wie bei den Rahmenhölzern 7-mm-Bohrungen eingebracht. Nach dem die Stäbe auf der einen Seite in die vorbereiteten Löcher gesteckt wurden, wurde die Firstlatte auf die Fiberstäbe gesteckt. Das war vielleicht ein Gefummele. Anschließend wurden die Fiberstäbe einer nach dem anderen herunter gebogen und in die Löcher der anderen Seite gesteckt.
P1030815.JPG
Anschließend habe ich die Noppenfolie so aufgelegt, dass an beiden Seiten genug über den Stirnseiten des Gestells zu liegen kam und an der hinteren Längsseite angetackert.
P1030816.JPG
Auf dem nächsten Bild ist die hochgelegte Folie mit einer Endleiste zu sehen. Zum Reinstellen der Pflanzen und zum Gießen werden einfach einige Stäbe aus ihrer Arretierung herausgezogen. Somit ist ein einfaches Herankommen gewährleistet.
P1030819.JPG
Zur Schattierung wird einfach ein preiswertes Unkrautfließ für 4,99 € aufgelegt.
P1030821.JPG
Den größten Teil meiner Bonsai habe ich dort unterbringen können. Das ganze hat von der Materialbestellung bis zur Fertigstellung gut 2 Tage gedauert. Ich bin besonders zufrieden mit dieser Arbeit, weil auch meine Frau diese Projekt mit großer Zufriedenheit abgenommen hat.
Der Rest der Bonsai ist auf und im Verschlag auf der anderen Seite der Terrasse untergebracht. Es ist die Südseite der Terrasse.
P1030818_ks.jpg
Nun kann der Winter kommen.
Vielleicht habe ich dem Einen oder Anderen eine einfache Vorlage für so einen Bau gegeben.
Also bis dann.
Gruß Heiner
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HeinrichIII
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Di 22. Nov 2016, 22:37

Bau eines zweckmäßigen Seitenteils für den Folientunnel
Das, was auf den vorhergehenden Bildern zu sehen war, war erst einmal die schnelle Lösung mit den an den Stirnseiten umgeschlagenen Folie.
Das Ziel ist, die Stirnseiten des Tunnels mit herausnehmbaren Folienteilen zu versehen.
Dazu habe ich als Träger ein 48x24er Kantholz verwendet. Als Bügel wurden astfreie 30x5er Leisten (Tapetenleisten) gekauft. Um beim Biegen keinen Bruch zu riskieren, habe ich sie unter dem Wasserhahn der Badewanne erst einmal mit heißem Wasser (eine Seite hin und mit der anderen Seite zurück, das genügt, um eine ausreichende Geschmeidigkeit zu erreichen) überlaufen lassen. Im gebogen Zustand wurde sie in der gewünschten Krümmung eingespannt (z.B. zwischen den Einsteckenden der Glasfiberstäbe des Tunnels).
Nun mußte die Leiste auf die richtige Länge zugeschnitten werden, so dass sie in den Innenbogen des Glasfiberbogens reinpasst, natürlich unter Berücksichtigung der später oben und unten zwischengelegten Noppenfolie.
An beiden Enden dieser Bogen-Leiste sind jeweils 2x 4-mm-Löcher mit einem Abstand von 15 mm von der Endkante gebohrt. Die Stirnseiten des 48x24er-Trägers wurden mit einer Feile etwas angeschrägt bzw. wird beim Zuschneiden gleich schräg gesägt (es ist die Schräge des an dieser Stelle auslaufende Glasfiberstab-Bogens). Mit 4x16-mm-Senkkopfschrauben wurden die beiden Leisten-Enden an die schräge Stirnkante des Trägers (nicht zu fest) angeschraubt. Hier ein nachträglich gemachtes Foto:
P1030859_ks.jpg
Die an der Stirnseite des Tunnes überstehende Folie wurde soweit abgeschnitten, dass ein 10 bis 15 cm Überstand am Tunnel erhalten blieb (auf Bild 6 zu sehen). Der nun entstandene Seitenteil-Rahmen wurde als Schablone auf die abgeschnittene Noppenfolie gelegt und soviel von der Folie abgeschnitten, dass ein 10 cm Überstand, wie im folgenden Bild zu sehen ist, erhalten blieb.
P1030855.JPG
Zur Sicherung der Grundpositionierung wurde die Folie an der Grundleiste hochgehalten und dort mit einem Tacker an 3 Stellen fixiert. Im nächsten Schritt wurde, beginnend an einer Seite des Bogens, (ebenfalls) die Folie an der Bogenleiste mit einem Tacker an mindestens 5 Stellen fixiert. Die auf der anderen Seite der Leiste herausragenden Enden der Tackerkrampen wurden anschließend umgebogen. Um nun die so angeheftete Folienkante geschickt unterzubringen, wird diese mit einer zusätzlichen Leiste (astfreie Tapetenleiste 18x4,5) auf der Innenseite der Bogenleiste eingeklemmt. Dazu muß die Länge dieser Leiste richtig gewählt werden. Somit hält sie sich selbst und die damit eingeklemmte Folie.
P1030856.JPG
Ebenso wird mit der überstehende Folie an der Grundleiste verfahren. Diese Fixierleiste wird allerdings an 3 Stellen angetackert.
Um das Seitenteil nahezu bündig in die "Tunnel"-Hülle einschieben zu können, muss allerdings das Ende der Firstlatte noch bearbeitet werden. Dazu muss gem. dem folgenden Bild eine Ecke ausgesägt werden, damit sich der Bogen des Seitenteils perfekt in die Tunnelwölbung einfügen lässt.
P1030865.JPG
Nun kann das Seitenteil in die Anschlagposition der zukünftigen Öffnung eingesetzt werden.
P1030866.JPG
Durch die auf dem Seitenteil-Rahmen umgelegte Folie ist soviel "Klemm"-Material vorhanden, dass das Seitenteil den Folientunne ziemlich dicht abschließt.
P1030857.JPG
Für eine gestaffelte Belüftung kann mit einem Band mit mehreren Ösen die Öffnungsgröße des angekippten Seitenteils, wie im folgenden Bild zu sehen ist, eingestellt werden.
P1030868.JPG
Nach der sich bewährten Funktion des ersten Seitenteils, kann nun das Zweite hergestellt werden.
Die Seitenteile können generell ganz bequem rein- und rausgenommen werden. Bei offenem Wetter ist zumindest eine Seite sowieso offen oder die vordere Folienseite über die gesamte Länge angehoben.
P1030867.JPG
Soviel dazu.
Gruß Heiner
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Reiner K
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Mi 23. Nov 2016, 14:33

Hallo Heiner,
sieht echt gut aus und inspriert zum Nachbau.
LG Reiner

miki
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Mi 23. Nov 2016, 22:56

Klasse Sache, vor allem sie es wirklich professionell aus.
Meine Bonsai stehen auch nur in der Ecke der Terrasse, vielleicht bau ich mir wirklich sowas nach.
Wobei...wie das dann so ist, gibt es einen milden Winter und die Arbeit für die Katz. ;)

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Carmen_G
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Do 24. Nov 2016, 12:10

Wirklich gut durchdacht und schön gearbeitet.
Die Anleitung hier ist Klasse und animiert sicher den ein oder anderen zum Nachbau! :twothumbsup:
Liebe Grüße
Carmen

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HeinrichIII
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Do 24. Nov 2016, 14:43

Danke für die Zustimmung. Ich bin selbst davon begeistert.
miki hat geschrieben: Wobei...wie das dann so ist, gibt es einen milden Winter und die Arbeit für die Katz. ;)
.
Das ist nicht die richtige Einstellung; wenn Du Deine Pflanzen in jeder Hinsicht gut über den Winter bringen willst, dann musst Du für jeden Fall gewappnet sein. Auch wenn es nur eine einfache Version eines Winterschutzes ist.
Gruß Heiner

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Hanno
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Do 24. Nov 2016, 22:03

HeinrichIII hat geschrieben:. . . musst Du für jeden Fall gewappnet sein.
So isses, Heiner, denn eine einzige Frostnacht in einem ansonsten milden Winter kann die Arbeit von Jahren zunichte machen . . .

miki
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Fr 25. Nov 2016, 13:36

Naja.... es ist ja nicht so, dass ich nicht in irgendeiner Weise vorbereitet wäre. Nur eben nicht in so professioneller Optik. Bei mir sind es halt nur Kisten mit Verpackungsmaterial u.ä.

Zudem hab ich keine Bäume, die keinen Frost vertragen. Selbst meine jap. Ulmen waren letztes Jahr durchgefroren und denen hat es nichts ausgemacht.

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HeinrichIII
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Fr 30. Dez 2016, 21:03

Hallo,
weiter geht es mit dem Bau eines Untersatzes zur Vergrößerung der Unterstellhöhe.
Dazu wurden im Baumarkt Bretter (in meinem Fall: 125x24 mm) besorgt. Für größere Höhen können auch Platten verwendet werden, um vielleicht eine Begehbarkeit zu ermöglichen, was hier jedoch nicht das Ziel war.
Die Bretter wurden so zugeschnitten, dass sie zu dem vorhandenen Tunnelrahmen passen.
Die langen Seitenteile wurden auf 273 cm und die kurzen Stirnbretter auf 124 cm zugeschnitten. Als Eckverbinder sind 4 Stück 16 cm lange 40x40mm Kanthölzer zweckmäßig. Ich habe allerding vorhandene Reste verwendet. Vor der Verarbeitung sind alle Hölzer zur besseren Umweltstabilität mit Firnis-Leinöl eingestrichen worden.
Bild1.JPG
Hinweis: Die Bretter sind so zugeschnitten worden, dass im zusammengebautem Zustand des Untersatzes die Innenflächen dieser Bretter mit den Innenseiten der Rahmenhölzer bündig sind. Sonst passen die überstehenden Eckverbinder nicht in die Rahmenhölzer des Folientunnels rein.

An den kurzen Stirnteilen wurden für jeweils 2 Schrauben 6-mm-Löcher mit einem Abstand von 45 mm von der Brettkante vorgebohrt; siehe Skizze 1.
Untersatz Skizze 1.jpg
Mit einem Brettstärken-Abstand von der Kante wurden die Eckverbinder mit 5x40er Senkkopfschrauben zuerst an den Stirnbrettern angeschraubt; siehe Bild 2.
Bild2.JPG
An den langen Seitenteilen wurden auch an jedem Ende für jeweils 2 Schrauben 6-mm-Löcher mit einem Abstand von 20 mm von der Brettkante vorgebohrt; siehe Skizze 1. Mit Anschlag am Stirnbrett und Eckverbinder wurde die langen Seitenbretter mit jeweils 2 Stück 5x70er Senkkopfschrauben befestigt; siehe Skizze 2.
Untersatz Skizze 2.jpg
So wie in Skizze 2 zu sehen ist, werden alle 4 Ecken miteinander verbunden; siehe Bild 3.
Bild3.JPG
Der bisherige Folientunnel (nun zu einer Haube geworden) mußte nun erst einmal zur Seite gelegt werden, um den neuen Untersatz in Position zu bringen; siehe Bild 4.
Bild4.JPG
Im nächsten Bild ist der fertige, erhöhte Folientunnel zu sehen, allerdings fehlt hier noch das Seitenteil.
Bild5.JPG
Vielleicht möchte es jemand nachbauen, dann viel Spaß dabei. Ich bin zufrieden, dass ich so einen Winterschutz zu stehen habe. Im letzten Bild ist rechts am Ende der Folie eine Leiste zu sehen. Mit dieser Leiste kann der Folientunnel mit einem Handgriff geöffnet werden.
Gruß Heiner
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Moya
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Sa 31. Dez 2016, 19:20

Hallo Heinrich,

Ganz geiles Teil Heinrich, Daumen hoch.
Viele Grüße,
    Moya

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Kalt wirds in der Nacht
Buntes Blätterkleid am Baum
Und rot die Äpfel

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Carmen_G
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So 8. Jan 2017, 11:34

Hallo Heinrich.

Dieser tolle Artikel wäre es doch wert ins BFF übertragen zu werden.
Es sind auch nicht viele Fremdantworten dabei wo man fragen müßte ob die mit dürfen.
Hanno, Moya und ich gehen klar, die anderen können wir fragen bzw. weg lassen.
Dürften wir mit dem Thread mal testen?
Liebe Grüße
Carmen

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Hanno
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So 8. Jan 2017, 11:54

Carmen_G hat geschrieben:Dürften wir mit dem Thread mal testen?
Probiers doch bitte erst einmal selber, Heiner.
Bei Fragen stehen wir aber jederzeit zur Verfügung.
ok?

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Carmen_G
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So 8. Jan 2017, 12:38

Das meinte ich damit Hanno und Heinrich, siehe auch im BFF :)
Bei dem "Wir" hatte ich jetzt Heinrich mit einbezogen ;)
Liebe Grüße
Carmen

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Hanno
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So 8. Jan 2017, 12:41

Is ja jut!! :*

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