Überwinterung 2.0 - Technik

Japanisches, Präsentationen, Beistellpflanzen, Suiseki..
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Rainer
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Di 16. Feb 2016, 15:14

Hallo Bonsaifreunde,
was habt Ihr alles für Technik im Einsatz um die Bäume durch den Winter zu bringen?

Meine Bonsai werden in 2 Garagen überwintert. Bisher habe ich mit einem Gasofen die extreme Kälte vertrieben. Nachteil war, dass die Wärme punktuell extrem hoch war und die durchfrorene Erde dabei nicht auftauchte.

Nun habe ich mir vorletztes Jahr ein Funkthermometer mit 2 Sensoren geholt, damit ich vom Haus aus die Temperatur in den Garagen überwachen kann. Dazu Funkstechdosen, die über 2000W aushalten - da gibt es auch nicht so viele - und dann habe ich mit dem Funksender vom Haus aus die 2 Heizlüfter in den Garagen ein und ausgeschaltet. Somit kann ich die annähernd bei 0 Grad halten. Man darf nur nicht das Ausschalten vergessen, sonst wachsen Palmen in der Garage ;-)

Was habt Ihr für Techniken um starke Fröste zu vermeiden? Gibt es da technischen Schnickschnak oder Steuerungen die das ermöglichen?

@abardo - Wie funktioniert Dein Frostwächter? Nutzt Du den in der Garage oder im Gewächshaus?

Bin gespannte auf eure Techniken!

Liebe Grüße

Rainer
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abardo
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Di 16. Feb 2016, 15:45

Hi Rainer,

(wie auch einige andere Bonsai-Bekannte) nutze ich sowohl den Frostwächter als auch den entsprechenden Heizlüfter von Bio Green, gibt es mit Heizmatten und kleineren Lüftern als auch wirklich grossen Lüftern im Set.

Läuft seit 3 Jahren absolut zuverlässigt, wird einfach an eine Steckdose gesteckt, die gewünschte Mindesttemperatur eingestellt (3 Grad haben sich bewährt).
Fire-and-Forget, wie man englisch so schön sagt.

Grosse Räume (ganze Garagen) damit Frostfrei zu halten, könnte aber ins Geld gehen, vielleicht teilt man dann lieber einen Bereich mit einer isolierten Trockenbauwand ab.

Ich hab den 2KW-Lüfter in einem ca. 8m3 Gewächshaus mit 8mm-Doppelwand-Scheiben. Geht bei Frost alle paar Minuten mal kurz an, das wars. Stromkosten lagen pro Winter so bei knapp 50 EUR/Jahr.

(ein Tipp noch: hält man alle Bäume frostfrei, muss man wirklich auch ans Giessen denken. Nadelbäume, Buchsbäume oder z.B. ein Feuerdorn, also alles, was im Winter grün ist, brauchen dann auch im Winter alle paar Tage wenigstens ein bisschen Wasser !)

Diesen Sommer werde ich noch ein kleineres Anlehn-GWH für die Kusamonos bauen, da kommt dann der gleiche Frostwächter rein, nur dann mit Heizmatten ...
Grüße, Frank
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herbertoy
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Di 16. Feb 2016, 21:10

Hallo Rainer,

bei uns läuft dies seit mehreren Jahren ähnlich wie bei Frank: Frostwächter und Heizlüfter. Der Frostwächter springt bei Absinken der Temperatur auf +2° an und schaltet sich wieder ab, sobald +5° erreicht sind.

Früher haben wir die Angelegenheit über eine Zeitschaltuhr gesteuert, die den Heizlüfter in einem vorbestimmten Rhythmus jeweils für 15 min laufen ließ. Die Frequenz hing von der vorausgesagten Temperatur ab und wurde jeweils händisch eingestellt. Das Ganze funktionierte ebenfalls zu unserer vollsten Zufriedenheit; es war halt etwas aufwändiger. Im Vergleich dazu ist die Kombination Frostwächter/Heizlüfter was für Faule :grin: ...

Die KISS-Methode (Keep It Simple & Stupid) hat was für sich!

Grüße
herbert

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HeinrichIII
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So 21. Feb 2016, 19:15

Hallo Frostwächter,
Als Überwinterungsthema ist es Gott sei Dank schon zu spät, sonst würden andere vielleicht noch diesen Unfug nachmachen.
Ich bin ja entsetzt, seit wann müssen denn frostfeste Pflanzen frostfrei überwintert werden, es sei denn man hat die sogenannten Indoors.
Ihr könnt doch nicht, vor allem den Anfängern, allen ernstes verklickern wollen, dass man Bonsai frostfrei überwintern sollte.
Herbert und Rainer, Ihr seid doch auch schon länger Bosaianer, Ihr wohnt doch nicht in der Antarktis. Tut mir leid, aber den Zynismus konnte ich mir nicht verkneifen.
Mit der durch diese Technik verbundenen Temperaturschwankungen und Austrocknungen vernichtet man eher Bonsai, als dass man ihnen damit etwas Gutes tut.
Also, ist nur die "geschützte" Freilandüberwinterung die beste Lösung, denn da bekommen die Immergrünen auch das nötige Licht und das noch für Umsonst.
Gruß Heiner

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Rainer
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So 21. Feb 2016, 21:12

Hallo Heiner,

danke dass Du das genau hinterfragst und für die Leser ins richtige Licht rückst.

Du magst sehrwohl recht haben, stell Dir aber mal vor, dass man nicht nur 80 cm große Kiefern, Lärchen oder Wacholder hat.

Stell Dir mal vor, man hat Kámelien, Lagerströmie, Loropedalum, Oliven, Greavillea, Thymian, Rosmarin, Styrax, Buxus harlandii, Bo-Baum, Bouganvillea, Enkianthus, Judasbaum, Hopfenbuche, Lorbeer, Micromeria, Ölweide, Gardenia, Premna, Calliandra....

Einige der Bonsai haben Abmoosungen am Stamm. Einige sind frisch eingetopft.
Man kann sich schon Gedanken machen, wie man es bei starkem Frosteinbruch schafft, seine Lieben zu erhalten. Auch jetzt kann starker Frost kommen. Es wäre sicherlich bei einigen fatal, wenn bei treibenden Bäumen starke Fröste einwirken.

Leberblümchen in den Töpfen mögen auch keine starken Fröste.

Überwinterst Du deine Mame Bonsai auch bei -10 oder mehr Grad im Freien? Schützender Schnee ist ja dieses Jahr auch selten.

Liebe Grüße

Rainer

PS: Manche Bonsai würde ich bei 5 cm Schnee nicht mehr wiederfinden :-))
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herbertoy
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So 21. Feb 2016, 22:12

Hallo,

bei meinem Posting vom 16. Februar ging es nicht um die Methoden der Überwinterung, sondern ausschließlich um eine zuverlässige und wirksame Verfahrensweise, die Temperatur im Gewächshaus in einem bestimmten Temperaturbereich zu halten.

Sollte tatsächlich aus meinen Ausführungen jemand entnommen haben, dass Bonsai ausschließlich im Gewächshaus zu überwintern seien, denn häufe ich Asche auf mein Haupt, weil ich eine Selbstverständlichkeit vergessen habe zu erwähnen:

Der größte Teil unserer Bäume überwintert leicht geschützt im Freien.

Das Gewächshaus von innen sehen nur mediterrane Pflanzen wie Olive, Thymian, Myrte etc. Wenn wir wissen, dass ein Yamadori aus einer weitgehend frostfreien Region stammt, findet er ebenfalls dort seinen Winterplatz.

Kein Risiko gehen wir zudem ein bei unseren China-Wacholdern, Sabina-Wacholdern sowie Mädchenkiefern und Tamarisken. Diese Gruppe kommt erst dann unter Glas, wenn sie für einige Tage leichten Frost abgekriegt haben. Genauso halten wir es bei unserem großen Neunfach-Stamm Palmatum. Das kann in der Praxis dazu führen, dass manche Bäume - je nach Witterungsverlauf - erst im Januar das Gewächshaus beziehen.

Dazu kommen jene Bonsai, die
a. aus irgendwelchen Gründen im Herbst noch getopft wurden,
b. ab September größere gestalterische Eingriffe hatten,
c. im Winter gestaltet werden sollen.

Man mag geteilter Auffassung sein, was unsere Praxis bei Wacholdern, Tamariske, Mädchenkiefern und Fächer-Ahorn angeht - wir möchten jedoch gerade bei diesen Exemplaren keinerlei Risiken eingehen. Hinzukommt, dass (von diesem und dem vorletzten Winter abgesehen) bei uns immer wieder Temperaturen von -15° und tiefer erreicht werden.

Was die erwähnten Temperaturschwankungen angeht, so haben wir diese kaum, da unser Gewächshaus an einem schattigen Standort steht und bei Temperaturen über +5° dauergelüftet wird. Wenn sich unsere Gewächshaus-Überwinterer über eines nicht beklagen können, dann ist es mangelnde Luftfeuchtigkeit. Gegossen wird individuell, die Immergrünen ein wenig mehr (auch dabei noch Unterschiede zwischen Koniferen und z.b. der Myrte), die Laubabwerfenden deutlich weniger.

Mit diesem Verfahren haben wir seit Jahren gute Erfahrungen gemacht. Hätten wir bei der Zusammensetzung unserer Bonsai "nur die 'geschützte' Freilandüberwinterung" angewandt, würden etliche nicht bis heute überlebt haben.

Grüße
herbert

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abardo
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So 21. Feb 2016, 22:15

Hi,
HeinrichIII hat geschrieben:Hallo Frostwächter,
Als Überwinterungsthema ist es Gott sei Dank schon zu spät, sonst würden andere vielleicht noch diesen Unfug nachmachen.
Ich bin ja entsetzt, seit wann müssen denn frostfeste Pflanzen frostfrei überwintert werden, es sei denn man hat die sogenannten Indoors.
Ihr könnt doch nicht, vor allem den Anfängern, allen ernstes verklickern wollen, dass man Bonsai frostfrei überwintern sollte.
du sitzt da einem weit verbreitetem Irrglauben auf.

Keine Pflanze braucht wirklich Frost.
Was soll Frost auch nützen ? Wenn ein Ballen durchgefroren ist, passiert nichts mehr, was für viele Bäume sogar schädlich ist. Insbesondere sind durchgefrorene Ballen in kleinen Schalen sogar ziemlich schlecht, weil Eis nunmal in der Schale ein grösseres Volumen hat und entweder die Schale sprengt oder die Wurzeln erdrückt oder den Baum aushebt oder manches Substrat (z.B. Akadama) zerstört.

Ein selbst geringer Wasserbetrieb im Baum ist sogar optimal gegen Pilze, das mögen die nämlich gar nicht. Genau deshalb soll man ja bearbeitete Bäume vor Frost schützen.

Laubbäume werfen z.B. ihr Laub ab, um im Winter den Stürmen wiederstehen zu können, da es im GWH keinen Wind gibt, ist nicht einmal das notwendig und die können austreiben und Laub abwerfen, wann immer die wollen (sprich: wenn die Sonnenscheindauer pro Tag einige Tage lang genug ist, ja: denn Bäume können ZÄHLEN !).
Da nehm ich doch gerne ein paar Tage mehr Wachstum mit ...

Dann gibt es noch den Irrglauben der Frostresistenz. Was braucht man Frostresistenz, wenn der Baum keinen Frost bekommt ???

Tödlich ist natürlich Frost nachdem die Bäume neu ausgetrieben haben, da haben weder neue Nadeln noch Blätter genügend Schutz. Aber wer halt auf späte Nachfröste nicht achtet, ist selbst Schuld. Und: nicht gefrorene Bäume brauchen natürlich mehr Wasser, da muss man auch aufpassen.

Ergo: vielen Arten macht Frost kaum was aus, insbesondere wenn bei tiefen Temperaturen Schnee drauf liegt (und die somit wieder wärmt), aber: du kannst auch jeden Baum bei wenigen Plusgraden überwintern, das finden die sogar gut. Und für die notwendige Ruheperiode reicht das auch.

Hat auch den praktischen Vorteil, weil man gefrorene Bäume nicht im Winter berarbeiten kann, weder am Ballen noch am Laub.
Grüße, Frank
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HeinrichIII
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Mo 22. Feb 2016, 21:11

Hallo Rainer, Herbert und Frank,
ich werde versuchen mit einer Relativierung meiner Ausführung auf Eure Positionen eingehen.
Um meine Ausführungen noch einmal kurz zu rekapitulieren. Es ist ja bekannt dass Indoors frostfrei überwintert werden müssen. Meine Drei (Coprosma, Serissa und Chines. Ulme) stehen im hellen Treppenhaus zugegeben bei nicht optimalen 18 °C. Es geht nicht anders, aber es funktioniert. Rainer hat ja die ganze Palette aufgezählt; für mich und für viele andere sind das eigentlich Zimmerpflanzen. Die "richtigen" Bonsai bleiben wie gesagt im Winter draußen. Sie brauchen keinen Frost, aber es sind eben mal die natürlichen Bedingungen und es schadet ihnen auf keinen Fall. Ebenso bleiben auch die kleinen angehenden Bonsai draußen, aber weitestgehend geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und fallender Kälte, auf meiner Terasse. Meine Bonsai erleben erst den 2 Winter an diesem neuen Standort. Allerdings war dieser Winter (hier in der Nähe von Berlin) kein richtiger Winter, folglich ein Schohn-Winter. Darum konnten auch meine Azalee, Koreanische Hainbuche und Schalen mit Hinterschneidungen geschützt draußen bleiben. Für den Kältenotfall hätte ich die empfindlicheren Pflanzen auf den hellen Dachboden gestellt.
Meine Absicht war nur, klar zu machen, dass man für Freilandbonsai keine beheizte Räumlichkeit braucht, sondern dass man ohne Rafinessen seine Pflanzen einfach draußen stehen lassen kann. Alle meine Bonsai einschließlich Fächerahorne und Chinesischen Wacholdern überwintern seit jahrzehten schon im Freiland. Früher hatte ich zum Winter alle Pflanzen aus den Schalen herausgenommen und die Wurzelballen im Garten geschützt unter Rindenmulch bzw. Laub "versenkt". Jetzt lasse ich die Pflanzen grundsätzlich in den Schalen stehen.
Die Pflanzen stehen ja nicht im Wasser und bei dem lockeren Substrat werden bei Frost weder Wurzeln zerdrückt noch Schalen gesprengt.
Bei mir gibt es im Herbst keine Wurzelbehandlungen und im Winter auch keine Gestaltungsarbeit, nur im Februar den Triebrückschnitt. Und Lärchen lassen sich sogar bei frostfreiem Wetter drahten und biegen.
Es steht nun auch die Frage ob eine frostfreie Überwinterung für einen Baum günstiger ist als die natürliche Verlauf über den gespürten Winter. Das sei erst einmal dahingestellt. Ich stehe für die natürliche Überwinterung und eine kalibetonte Düngung tut sein übriges. Es lässt das Holz ausreifen. In geschlossenen Räumen besteht durchaus die Gefahr dass sich Schimmel auf dem Substrat bildet. Das passiert draußen nicht.
Ich gestehe ein, dass für besondere Fälle, wie Ihr ausreichend beschrieben habt, eine frostfrei Überwinterung notwendig ist, aber Leberblümchen sind eben keine Bonsai.
Ich würde nie jemandem raten seine Freilandbonsai frostfrei zu überwintern, es ist einfach unnatürlich.
Also nächste Runde.
Gruß Heiner

Detlev
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Mo 22. Feb 2016, 23:49

Ich lese gerne Informative und Lehrreiche Threads,

aber bei diesen Thread lerne ich nichts mehr dazu.

Können wir das Thema beenden.Das Läuft ins Uferlose .
Schade

mfg

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Moya
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Di 23. Feb 2016, 15:11

Mediterrane Bonsai sind auch Freilandbonsai .... kannst die ja bei Frost draussen überwintern .... machst Du garantiert nur einmal :laugh:

Fakt ist, empfindliche Bäume (Mediterrane und auch z.B. Kiyohime, sowie Mame ) überwintern bei mir grundsätzlich frostfrei im Gewächshaus, unsere einheimischen Bäume draussen unter den Tischen im Rindenmulch eingebuddelt und durch Folie über den Tischen und an den Seiten vor den Winden geschützt. Fürs Abhalten von zu viel Sonne dient ein handelsübliches dunkleres Gartenvlies über der Folie.
Viele Grüße,
    Moya

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abardo
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Di 23. Feb 2016, 18:09

Unnatürlich ist nur Bäume in Schalen zu halten :grin:
Grüße, Frank
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HeinrichIII
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So 6. Mär 2016, 17:38

Hallo
Leider habe ich nicht immer die Zeit, kurzfristig auf andere Kommentare zu reagieren.
Zugegeben war der Themenverlauf etwas merkwürdig.
Es sollte eigentlich zu einer fachlichen Auseinandersetzung kommen und nicht zu einem gegenseitigen Abklatschen.
Eigentlich ist es müßig und auch nicht möglich auf jede Halbweisheit bzw. Vermutung zu reagieren.
Vom Prinzip geht es einmal darum, dass jeder der öffentlich etwas verkündet, für die Richtigkeit seiner Aussagen verantwortlich ist und andererseits die Leser einen Anspruch auf sachlich richtige Informationen haben. Darum komme auch nicht umhin, abschließend noch etwas richtig zu stellen, bevor dieses Thema in der Versenkung verschwindet.

Also,
Erstens: Die Pflanzen gehen, wie es die Natur vorgibt, in die Winterruhe, ob mit oder ohne Frost (jedenfalls bei europäischen Gehölzen). Es gibt keine Studie, die besagt, dass es den Gehölzen besser geht, wenn sie frostfrei überwintern. Die Pflanzen leben mit ihrer Umwelt, ...fertig.

Eine künstliche Temperaturbeeinflussung ist kritisch und muss ständig unter Beobachtung (Wasserversorgung) stehen. Und eben dann kommt der Moment, wo man die Wärme-"verwöhnten" Pflanzen nach draußen stellen muss.Auch da sind die Pflanzen noch eventuellen Spätfrösten ausgesetzt. Im Gegensatz dazu sind die an die Kälte gewöhnten Pflanzen einfach abgehärteter und beginnen dann zu wachsen, wenn es die natürlichen Bedingungen hergeben. Das ist doch völlig entspannt.

Zweitens: Der Zusammenhang mit Wassertrieb und Pilzbefall ist einfach mal Unsinn. Bei der Freilandüberwinterung gibt es keine Plilze, aber im Warmen.
Drittens: Was bitte haben Winterstürme mit dem Laubabwurf zu tun?. Die Aussage mit dem "..ein paar Tage mehr Wachstum..." ist einfach falsch. Was soll ich mit den zu schnell gewachsenen und schlappen Trieben, die im späten Winter bei dem schlechteren Licht und im Warmen entstehen, anfangen? Die Pflanzen, die im Freiland aus dem Winterschlaf erwachen, haben unter den natürlichen Bedingungen ein wesentlich gesunderen und kräftigeren Schub, als die, die aus dem warmen Haus kommen.

Weiter: "...Irrglaube Frostresistenz..."; die Aussage ist auch falsch. Die entsprechenden Pflanzen sind genetisch, natürlich frostresistend.
Richtig ist die Aussage, dass die Pflanzen bei wenigen Plusgraden auch ihre Winterruhe finden, aber es gibt keine Studie die das für "Gut" befindet.

Es zwingt uns keiner, Pflanzen im Winter zu bearbeiten, man sollte alles zu seiner Zeit machen. So sind die einzigen Arbeiten im Winter:
auf den Wasserhaushalt achten und der Gestaltungsschnitt an den Laubbäumen ab Mitte Februar bei offenem Wetter. Denn im entlaubten Zustand sind die Aststrukturen am besten zu erkennen.

Soviel dazu.
Ich hoffe, dass alle einen verlustfreien Winter erlebt haben.
Bis dann.Gruß Heiner

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abardo
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So 6. Mär 2016, 21:20

HeinrichIII hat geschrieben:Hallo
Zweitens: Der Zusammenhang mit Wassertrieb und Pilzbefall ist einfach mal Unsinn. Bei der Freilandüberwinterung gibt es keine Plilze, aber im Warmen.
Pilze können einem aktiven Baum nichts anhaben, weil er ihnen einfach viel zu feucht ist. Im Winter ist das anders. Pilzen macht Frost übrigens gar nichts, die sind im Winter genauso aktiv wie im Sommer.
HeinrichIII hat geschrieben: Drittens: Was bitte haben Winterstürme mit dem Laubabwurf zu tun?.
Lies mal einfach "Das Geheime Leben der Bäume".
HeinrichIII hat geschrieben: Weiter: "...Irrglaube Frostresistenz..."; die Aussage ist auch falsch. Die entsprechenden Pflanzen sind genetisch, natürlich frostresistend.
Exakt. Wenn etwas genetisch bedingt ist, wie willst du dann eine Frostresistenz "antrainieren", genau das ist doch der Irrglaube, den ich meinte.
Grüße, Frank
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Hanno
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So 30. Okt 2016, 11:08

Dieser Thread ist zwar schon "uralt", aber der Titel stimmt - und die Zeit auch.
Und man muss ja nicht zu jedem alten Thema einen neuen Thread eröffnen :bcdfrech:
Hier ist mal ein kleine Auswahl, wie ichs mache:

Einfach alle Bäume eng zusammengestellt in einer windgeschützten Ecke oder unter Büschen.
Die ganz Kleinen sind in einer grossen Tonschale in die Erde eingesenkt.
Ok, sieht etwas chaotisch aus, aber ich finde Alles im Frühjahr wieder. :yes:
2016-10-30-Überwinterung-1.jpg
2016-10-30-Überwinterung-2.jpg
2016-10-30-Überwinterung-3.jpg
2016-10-30-Überwinterung-4.jpg
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Bonsai-Abbing
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So 30. Okt 2016, 11:19

So mach' ich's auch. Einfach eng zusammen stellen, die kleinen in die Mitte. In eine dauer-schattige Ecke.
Gruß, Frank

miki
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So 30. Okt 2016, 11:44

Ungefäh so mache ich es auch. Wenn es wirklich kalt wird, kommen meine eng gestellt in eine Ecke der der Terrasse. Wenn es extrem kalt wird, baue ich etwas Fliess als eine Art Mauer um die Gruppe.

"Kalt" ist bei mir in meinen Breitengraden aber eher relativ. Klimazone 8b, und selten unter 5°C. Höchstens mal nachts, tagsüber wärmer.
Das war zumindest die letzten Winter so.

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Moya
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So 6. Nov 2016, 12:10

Jetzt wos draussen so richtig ungemütlich wird und der Winter mit ersten Flocken an die Scheibe klopft, ist es mal an def Zeit sich über die diversen Vorgehensweisen und Ideen zum Einwintern der Bonsai auszutauschen.

Also ran mit den Ideen umd Bildern.

Ich habe gestern bei richtig ungemütlichem Wetter meine Quartiere fertigzustellen und 2/3 der Bonsai einzuwintern.

Unter meinen Stelltischen wurde grosszügig mittelgrober Rindenmulch (Kiefern, Pinien) aufgeschüttet und die Schalen darauf platziert.
Die Rückseite und die beiden Seiten der Tische bekam bis zum Boden Noppenfolie zum Abhalten austrocknender Winde ( vorne kann ich je nach Bedarf auch den 'Rollo' runterlassen - auch hier ist Noppenfolie angesagt).

Empfindliche Baumels wie z.B. die Eiben werden komplett bis über den Schalenrand in Mulch versenkt. Auch meine Kiefern stehen im Mulch. Sie brauchens eigentlich nicht, aber durch den Mulch impfe ich sozusagen mit Mykhorriza nach.
Wichtig ist, der Mulch hier sollte aus Kiefern bzw. Pinien gemacht sein.

Meine Birke habe ich aus der Schale genommen und am ruhigsten, schattigsten Platz unterm Tisch in die Erde eingegraben. Habe gelernt, dass das gefürchtete Zweigsterben bei den Birken maßgeblich durch zu wenig Feuchte und einen zu kalten Fuß ausgelöst wird.
Durch das Einsenken ohne Schale kann ich dem gut entgegenwirken.

Edit Hanno: Beitrag an den allgemeinen Überwinterungsthread angehängt
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Viele Grüße,
    Moya

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majo
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So 6. Nov 2016, 12:20

ja ja.....es ist schon ein Kreuz, wenn man auf der schwäbischen Alp wohnt.

bei uns im Saarland ist noch sonniger Herbst.... ( soll nächste Woche aber auch schlechter werden )

Gruß Majo
Mein Motto ...... Anfangen ist der wichtigste Teil einer Arbeit

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last
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So 6. Nov 2016, 13:24

Rhein-Neckar-Kreis.
Ich habe heute die allermeisten Bonsai, und solche dies noch werden wollen, mit samt Schale auf oder in die Erde gebracht und mit Mulch (kein spezieller, der preiswerte aus dem Baumarkt) abgedeckt. Ein paar bei denen sich aus verschiedenen Gründen (z.B. weil es eine Kaskade ist, die kann man so schlecht vergraben) Spezialbehandlungen bewährt haben, folgen in den nächsten Tagen und kommen z.B. unter den Balkon , mit Zeitung, Noppenfolie wind- und kältegeschützt oder z.B. chin. Ulmen ins Treppenhaus.

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VolkerK
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So 6. Nov 2016, 14:45

Hallo
Ich stelle alle Bonsai auf den Boden (Jutesäcke oder Vlies),daß ist der Vorteil wenn man
in einem Weinbauklima wohnt. :smile:
Gruß Volker
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Uwe F.
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Do 10. Nov 2016, 14:01

In Schleswig-Holstein habe ich bisher meine Bäume einfach unter eine weiße Plane gestellt.
Kein Mulch, kein Einschlagen oder solche zusätzlichen Dinge, hat bisher über den norddeutschen Temperaturbereich im Winter geklappt. Wenn es dann mal zu kalt und windig wurde, habe ich die Plane auch mal ganz geschlossen. Wie gesagt, keine winterbedingten Ausfälle.
Dieses Jahr ist dann mal ein Foliengewächs dran, schließlich will man auch erhobenen Hauptes mal seine Bäume wegstellen können. Mulch ect. gibt es trotzdem nicht, einfach in Gärtnerkisten (die kleineren) oder auf dem Boden, das muss reichen.
Gruß
Uwe

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VolkerK
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Mo 14. Nov 2016, 08:54

Hallo Heiner
Da hast Du einen tollen Folientunnel gebaut :yes: :yes:,ich hoffe,dass all deine Bonsai
den Winter gut überstehen.denk an warmen Tagen auch ans lüften,da unter der Folie
es extrem warm werden kann.
Gruß Volker
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Hanno
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Mo 14. Nov 2016, 09:19

Gute Handwerksarbeit, Heiner :twothumbsup:
Ist das Rahmenholz behandelt?
Vielleicht noch einen Tipp:
Leg unter den Rahmen als Abstandshalter ein paar Holzleisten oder Steine, damit die Feuchtigkeit z.B. von Regen oder Schneewasser nicht hoch ziehen kann.

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Ulrich
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Mo 14. Nov 2016, 09:54

Bei uns ist nun heute Nacht der 1. Frost mit gefühlten -15°C tatsächlich aber nur -9°C durchgezogen. Im Verlauf des heutigen Tages wirds für meine Bäume eine Behandlung mit Winteröl geben und dann ab ins Quartier (Glashaus) Dachfenster gekippt.
MfG
Ulrich

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HeinrichIII
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Mo 14. Nov 2016, 21:40

Danke für die Anerkennung und den Hinweis, Volker, ich weiß. Ich musste an den beiden letzten Tagen bereits meine Sonnenschutzfolie auflegen. Nachts waren es -6°C und am Tag wolkenloser Himmel. Im Tunnel waren es max. +3°C.

Danke auch an Dich Hanno!
Das Holz ist unbehandelt, der Tunnel steht auf unserer Terrasse unter dem Schutz einer Markiese. Das verhindert zwar nicht, dass es an einigen Stellen feucht wird, aber das ist völlig unerheblich. Ich habe sowieso noch eine Erweiterung vor: einen 20 bis 40 cm hohen Rahmen, der noch unter den Tunnel gestellt wird.
Gruß Heiner

Moderatorische Erläuterung:
Heiner schrieb mir: "Ursprünglich war es ja gar nicht als so groß vorgesehen, außerdem habe ich noch eine weitere Ergänzung im Plan."

Deswegen hab ich seinen Beitrag abgetrennt.
Jetzt schreibt er zu seinem Folientunnel nur noch
hier .
Hanno

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